Paul Unglaub hat es beruflich nach Brüssel verschlagen und heute ist der gebürtige Völkermarkter wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Er arbeitet in der Europäischen Kommission im Bereich Landwirtschaft und ländliche Entwicklung und ist in seiner Tätigkeit für die gerechte Verteilung von EU-Förderungen im Agrarbereich zuständig.

Bei einem Besuch an der Praxis-HAK Völkermarkt hat er den Schüler/innen der dritten Klassen von seiner spannenden Tätigkeit in der Europäischen Kommission erzählt. Ebenso regte Unglaub an, am Sonntag, 26. Mai zur anstehenden Wahl des Europäischen Parlaments zu gehen und vom Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Auf erfrischende und interaktive Art und Weise hat er seine Erfahrung in einem 50-minütigen Workshop an die Schüler/innen weitergegeben. Inhalte waren ein kurzer geschichtlicher Rückblick auf die Entwicklung der Europäischen Union und die Möglichkeiten und Vorteile, die jungen Menschen durch die EU geboten werden. Ausgehend von den aktuellen politischen Ereignissen in Österreich wurde auch die Gesetzgebung der EU thematisiert und so manche Mythen und Vorurteile gegenüber der europäischen Staatengemeinschaft untersucht und entkräftet.

Auch die wirtschaftliche Bedeutung eines vereinten Europas wurde diskutiert und mit schülernahen Beispielen seine Rolle für internationale Verhandlungen auf Augenhöhe mit anderen Wirtschaftsmächten wie zum Beispiel China betont.

Prof. Daniela Wiedenbauer über den Workshop: „Für mich als Lehrerin und bekennende Europäerin ist es wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler Informationen aus erster Hand erhalten und erkennen, dass wir als kleines Land im Herzen unseres Kontinents nur in einem vereinten Europa unsere Werte und auch unseren Wohlstand bewahren können. Umso schöner waren die Meldungen der Jugendlichen auf die Frage, was für sie Europa ist. Europa ist für sie … Gemeinschaft, Vielfalt, Frieden, Zusammenhalt und Wohlstand.“

Verschiedene Gründe tragen dazu bei, dass die Europäische Union im Frühjahr 2019 besondere Aufmerksamkeit erfährt. Die Modalitäten des Ausscheiden Großbritanniens aus der europäischen Staatengemeinschaft sind weiterhin ungeklärt, Ende Mai finden die EU-Parlamentswahlen statt und lenken das Interesse der Öffentlichkeit verstärkt auf europäische bzw. globale Themen – und diese spielen im Unterrichtsalltag der Praxis-HAK Völkermarkt dank Fächern wie Politische Bildung, Recht und Internationale Wirtschafts- und Kulturräume ohnehin eine besonders große Rolle.

Dieses Momentum veranlasste Prof. Daniela Wiedenbauer, in Zusammenarbeit mit der EU-Koordinationsstelle des Landes Kärnten und dem Europahaus Klagenfurt eine Wanderausstellung für mehrere Tage nach Völkermarkt zu holen. Als Vertreter der Kooperationspartner boten Johannes Maier und Marc Germeshausen den Schüler/innen von 4AK und 4BK heute einen Workshop, der verschiedene Themen beleuchtete.

Die Ausstellung steht noch bis kommenden Mittwoch für die interessierten Mitglieder der Schulgemeinschaft bereit. Ort des Geschehens ist die Aula im Eingangsbereich der Schule, die dafür von Schulwart Günter Hanin bereitgestellt wurde.

Am heutigen Vormittag wurden im Konzerthaus in Klagenfurt die EU-Auslandspraktikanten/innen 2018 geehrt. Julia Pfeifer, Denise Poličar, Michael Uran, Sabrina Kolier, Verena Reinwald, Alexandra Schifferl, Margarita Schifferl, Laureen Dreier und Iris Sommer haben ihre Ehrenurkunde von Landeshauptmann Peter Kaiser im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Beisein von Landesschulinspektor Klaus-Peter Haberl, Direktorin Michaela Graßler und Erasmus+-Koordinator Aleksander Lukan überreicht bekommen.

Die absolvierten Praktika hatten die Schülerinnen der 5AK quer durch Europa geführt, sie haben dabei nicht nur ihre Sprachkompetenz entscheidend verbessert. Ihre Ziele reichten von Ljubljana über Brighton bis nach Nordirland. Dort verbrachten Laureen Dreier und Iris Sommer gleich drei Monate.

Im Rahmen der Ehrung wurden auch die besten Videos des erstmals ausgetragenen Alpen-Adria-Videowettbewerb gezeigt und ausgezeichnet. Das Video unsere Schule wurde von der Fachjury von „Ready 4 Europe“ zu den besten 10 Videos gewählt.

Nachdem heuer im Rahmen der Nationalagentur Erasmus+ und dem Verein Ready 4 Europe erstmals ein „Alpen-Adria-Video-Wettbewerb“ ausgeschrieben wurde, entschlossen sich auch die Praxis-HAK-Schülerinnen Julia Pfeifer, Michaela Uran, Laureen Dreier, Margarita und Alexandra Schifferl, mit ihrem eigenen Videobeitrag am Wettbewerb mitzumachen.

Mit kräftiger Unterstützung von Prof. Mario Kraiger, Prof. Verena Hornbogner und Prof. Aleksander Lukan haben die Schülerinnen jetzt ihre Auslandserfahrungen, welche sie bei europäischen Partnerunternehmen sammeln konnten (Kinderbetreuungsstätte in Irland, Community in Nordirland, Hotel in England und Bank im benachbarten Slowenien), in Form eines Videos zusammenfasst und auf YouTube bzw. der Facebook-Seite www.facebook.com/ready4europe veröffentlicht.

Alle sind aufgerufen diesen Videobeitrag unserer Erasmus+ Schülerinnen zu unterstützen, denn holt unser Video die meisten Likes, dann holen Julia Pfeifer, Michaela Uran, Laureen Dreier, Margarita und Alexandra Schifferl möglicherweise den Hauptgewinn – Reisegutscheine im Wert von EUR 800,-.

Unterstützt das Video mit eurem Like bis 12. November, 12 Uhr!


Hier geht’s zum Facebook-Beitrag – euer Like zählt!

Auch für den Sommer 2019 haben sich bereits Schüler/innen der 4AK und 3CK für ein Auslandspraktikum entschieden. Aus diesem Grund wird die Praxis-HAK in diesem Schuljahr neuerlich einen Erasmus+-Antrag einreichen und so vielleicht die Erfolgsgeschichte Erasmus+-Mobilität bereits im siebten Jahr in Folge fortführen können.

Längst sind die diesjährigen Sommerferien in die Zielgerade eingebogen, nach den Wochen des Durchatmens startet in wenigen Tagen das neue Schuljahr. Für die Schüler/innen der 4AK war der Sommer 2018 jedoch nicht nur eine Erholungsphase vor dem Maturajahr, sondern auch die Zeit der ausgiebigen Praktika im In- und Ausland.

Nachdem Michaela Uran schon über zwei Monate in Ljubljana Bericht abgelegt hat, blicken nun auch Laureen Dreier und Iris Sommer auf ihre Zeit auf der britischen Insel, die gerade erst zu Ende gegangen ist, zurück.

Laureen und Iris absolvierten ihr dreimonatiges Sommerpraktikum in Nordirland. Sie arbeiteten am Camphill in Clanabogan. Dabei handelt es sich um eine Community mit fünf Häusern, einer Farm und einigen Workshops. Dort werden Menschen mit Beeinträchtigung betreut. Je Haus leben rund sechs „residents“. Diese werden auf der Farm, in den Häusern beim Kochen und in den Workshops eingebunden.

Morgens und abends bereiteten beide in den jeweiligen Häusern, zu denen sie „attached“ waren, das Essen zu. Camphills gibt es auf der ganzen Welt, in New York zum Beispiel ist eines der größten, mit 25 Häusern. Man betrachtet das nicht als einen normalen Arbeitsplatz, sondern eher als eine große Familien-Community. Daher spricht man auch nicht von einer 40-Stunden-Woche. Ein normaler Arbeitstag für Co-Worker dauert rund zehn Stunden. Am Wochenende ist man immer ans Haus gebunden. Entweder man hilft im Haushalt, oder man fährt mit den „residents“ auswärts essen. Ein besonderes Highlight war der gemeinsame Kinobesuch. Im Gegenzug bekommt man während der Woche eineinhalb Tage frei und da kann man andere schöne Orte in Nord-/Irland besichtigen.

Jeden Mittwoch gibt es in der nächsten Stadt eine Disco für Beeinträchtige. Dort kaufen sie Snacks, Getränke und können zu toller Musik tanzen. Co-, und Support-Workern und jedem anderen wird einfach warm ums Herz, wenn man diese Menschen so lieb mit Spaß und Freude zusammen tanzen sieht. Natürlich machen auch die Co-Worker am Abend oder ihren freien Tagen oft Ausflüge an schöne Strände zum Surfen oder sie machen sich zu Hause in der Community einen schönen Abend mit Kartenspielen, Musik und sich dem gegenseitigen Kennenlernen, da sie aus der ganzen Welt zusammenkommen.


Eindrücke aus einer aufregenden Zeit

Ich, Iris Sommer, arbeitete in diesen Wochen als Vollzeitgärtnerin in den Gewächshäusern und auf den Feldern der Community. Am Anfang war ich alleine für alles zuständig, da mein Workshopleiter für zwei Wochen nicht da war.

Dadurch gewann ich sehr an Selbstständigkeit und lernte unter Druck zu arbeiten. Diese Erfahrung war etwas Neues für mich, aber ich bin sehr froh darüber es alleine geschafft zu haben.

Iris Sommer (4AK), Gärtnerin auf eigenen Beinen

An den Wochenenden arbeitete ich im Haus, indem ich auch aß. Wir putzten es und halfen den Beeinträchtigten ihre Zimmer zu säubern. An manchen Samstagen unternahmen wir sogenannte „Outings“, in welchen wir durch Irland fuhren, um besondere Orte zu besuchen und auch auswärts zu essen.

Ich würde dieses Praktikum beziehungsweise diese Erfahrung auch anderen weiterempfehlen, da es wirklich gut für unsere weiteres Leben ist und man auch die Chance erhält zu sehen, wie es in fremden Ländern ist und welche Unterschiede es zu Österreich gibt.

Ich kann von mir behaupten, dass ich viel selbstständiger geworden bin. Nun weiß ich, wie ich meinen eigenen Standpunkt vertrete und wie es sich anfühlt, zum ersten Mal über 10.000 Kilometer weg von zu Hause zu sein, denn so muss man seine Probleme selbst lösen – und das ist einer der wichtigsten Punkte für unser weiteres Leben!


Ich, Laureen Dreier, kochte vormittags mit David, einem Autisten, und nachmittags arbeitete ich im Woodworkshop mit anderen „residents“ zusammen. Viele von ihnen sind sehr kreativ und arbeiten sehr selbstständig. Nach zehn bis fünfzehn Minuten schauten wir immer wieder, wo sie Hilfe benötigen könnten. Einige machten eine Statue, Skulptur oder eine kleine Holzschüssel. Man kann sich das wie eine kleine Tischlerei vorstellen. Auch Kochlöffel, Kettenanhänger und Lampenständer sind Meisterwerke des Workshops. Es war auch meine Aufgabe, Caroline, einem „resident“, am Abend die Füße einzucremen, da sie das nicht mehr alleine kann.

Mit der Zeit baute ich mit manchen „residents“ auch immer eine stärkere Bindung und Kommunikation auf. Oft waren sie schwer oder gar nicht zu verstehen, aber je mehr Zeit man mit ihnen verbringt, desto mehr weiß man, wie sie ticken.

Da man so weit von zu Hause weg war, musste man sich um vieles selbst kümmern und schauen, wie man wo hinkommt. Es gab mir ganz sicher ein größeres Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit und eine Erweiterung in meinem englischen Sprachgefühl.

Eigentlich wollte ich großteils nur mein Englisch verbessern, doch im Nachhinein bin ich so froh, dass ich so einen sozialen Job für drei Monate gemacht habe. Es war eine riesige Bereicherung für mein Leben.

Laureen Dreier (4AK) fertigte nicht nur Kochlöffel an

Außerdem kann ich heute sagen: Auch wenn man Fehler in der Sprache macht – wenn man sie braucht, verwendet man sie und es funktioniert. Man braucht keine Angst haben, dass man etwas Falsches sagt, sondern einfach reden!

Ich kann so ein Praktikum jedem empfehlen!


Weitere Bilder auf Facebook:

Bevor der Alltag zurückkehrt – noch einmal in die weite Welt: Laureen Dreier und Iris Sommer haben dank Erasmus+ ein dreimonatiges Nordirlandabenteuer hinter sich. Ihr Bericht: http://bit.ly/hakvkgoescamphills

Gepostet von Praxis-HAK Völkermarkt am Dienstag, 4. September 2018

Die umfangreichen Praktika sind eines von mehreren Merkmalen der Business-Klassen der Praxis-HAK Völkermarkt. Ein Schulversuch ermöglicht ein verkürztes viertes Schuljahr – jedoch nicht fürs ausgiebige Urlauben, sondern um mit voller Kraft in die Arbeitswelt zu starten. Auch in diesem Jahr waren die Jugendlichen wieder bei Betrieben aus unterschiedlichsten Branchen aktiv – dank Erasmus+ häufig auch im Ausland. Übrig bleiben oft zumindest ein kleines Taschengeld, vor allem aber wertvolle berufliche wie persönliche Erfahrungen.

Michaela Uran, Schülerin der 4AK, zog es gleich für zwei Monate in die slowenische Hauptstadt Ljubljana. Im folgenden Bericht blickt sie auf diese wertvolle Erfahrung zurück:


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Im Juni und Juli absolvierte ich ein Auslandspraktikum in der BKS Bank in Laibach. Auch wenn ich anfangs ziemlich aufgeregt war, konnte ich meine Nervosität rasch ablegen, da sich meine Kollegen als freundlich, geduldig und sehr hilfsbereit erwiesen. Aus diesem Grund fühlte ich mich in der Bank von Anfang an gut aufgehoben. Mit der slowenischen Sprache hingegen hatte ich länger zu kämpfen. Doch durch Übung fiel es mir mit der Zeit immer leichter, mich in Slowenisch zu verständigen.

Zur Stadt Laibach selbst muss ich sagen, dass sie eine kleine, aber unglaublich schöne Stadt ist, die meiner Meinung nach auch einiges zu bieten hat. So darf man sich Sehenswürdigkeiten am Prešeren-Platz, den Tivoli-Park oder die Burg keinesfalls entgehen lassen. Auch das Flair der Innenstadt ist etwas ganz Besonderes, welches mir eine unvergessliche Zeit bescherte. In Gedächtnis bleiben mir auch lustige Erinnerungen, beispielsweise als mich beim Radfahren ein Mopedfahrer überholte, der am Gehsteig (!) fuhr.

Rückblickend bin ich froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Mir bleiben zwei tolle Monate in Erinnerung und daher kann ich jedem nur dazu raten, ins kalte Wasser zu springen und diese einmalige Chance zu nutzen. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei Prof. Lukan als Erasmus-Koordinator für seine Unterstützung bedanken.

Gleich neun Schülerinnen der 4AK sind in diesen Tagen dank der Unterstützung von Erasmus+-Koordinator Prof. Aleksander Lukan zu ihren Auslandspraktika aufgebrochen. Aus diesem Grund hat Prof. Theresia Müller-Tschischej einen ersten Rundruf gestartet und durchwegs positive Rückmeldungen erhalten. Ein Überblick:

Schifferl_Brighton_062018Alexandra und Margarita Schifferl wandeln auf den Spuren Melanie Suettes und verbringen die kommenden Wochen in Brighton an der englischen Südküste. „Wir leben bei einer tollen Gastfamilie und auf uns wartet eine interessante, aber auch anstrengende Arbeit. Das gute Klima im Team wird uns dabei helfen.“ Ebenfalls auf die Vorerfahrungen von Jahrgangskollege Alois Meschnark (4BK) können Laureen Dreier und Iris Sommer zurückgreifen, die sich auf den Weg nach Omagh in Nordirland gemacht haben.

Policar, Pfeifer_Cork_062018 (1)In Cork in Irland wiederum gut eingetroffen sind Julia Pfeifer und Denise Poličar, erste Anpassungsschwierigkeiten konnten bereits überwunden werden. „Uns geht es sehr gut. Am Anfang war alles sehr ungewohnt, aber jetzt haben wir uns schon eingelebt.“

Sabrina Kolier, Verena Reinwald und Michaela Uran hat es nach Ljubljana verschlagen, sie arbeiten in den kommenden Wochen bei der BKS. Uran bleibt gleich für acht Wochen in der slowenischen Hauptstadt. „Ich bin von meinen Kollegen sehr nett aufgenommen worden, das erleichtert den Start. Es bleibt aber auch genügend Freizeit, ich habe mir zum Beispiel die Burg angesehen und war im Tivoli-Park. Das war schon unheimlich schön.“

Gemeinsam mit dem Absolventen und heute weltweit agierenden Softwareunternehmer Michael Jesse gastierte der frühere ORF-Journalist und heutige EU-Parlamentarier Eugen Freund an der Praxis-HAK Völkermarkt. Auf Einladung von Prof. Martin Erian und Prof. Felizitas Wedenig gaben sie den Schüler/innen der dritten Klassen in einem launigen Gespräch Einblicke in ihre bewegten Leben, die aus dem Bezirk Völkermarkt über Wien in die weite Welt führten. Der Bogen reichte zurück bis zu den Anfängen: Freund berichtete von seinem beschwerlichen Weg von Sankt Kanzian am Klopeiner See in die Schule nach Klagenfurt – Fußmarsch und winterliches Autostoppen inklusive! -, Jesse zeigte, wie er es von der Handelsakademie Völkermarkt zur Karriere beim Weltkonzern Reuters und zur Selbständigkeit gebracht hat. Jesse betonte: „Ganz entscheidend ist es, eine eigene Vision zu entwickeln und diese zu verfolgen. Die Umbrüche in der Welt stellen uns vor ganz neue Herausforderungen, denen wir nicht aus dem Weg gehen dürfen.“Eugen Freund_Widmung

Der langjährige USA-Korrespondent und frühere Zeit-im-Bild-Moderator Freund, seit 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments berichtete aus seinem Alltag als hochrangiger Politiker zwischen Brüssel, Straßburg, Wien und Kärnten und ließ erkennen, wie hoch dabei auch die Belastungen sind. Auf YouTube sowie auf seiner Homepage berichtet er wöchentlich. Freund: „Viele Menschen sehen nur das Glänzende nach außen und meinen, wir würden abcashen. Tatsächlich ist es harte Arbeit mit einer sehr großen Verantwortung.“ Er erläuterte auch den Perspektivenwechsel, den er vom Politikjournalisten zum Europapolitiker, der nun selbst mit Fake-News zu kämpfen hat, selbst durchlaufen hat. „Auch wenn ich die nationale und vor allem internationale Politik vor Jahrzehnte begleitet habe, sehe ich heute manche Dinge anders.“

Den Fokus legten beide jedoch auf die Frage der Anforderungen an Jugendliche in der Gegenwart sowie in der Zukunft, Jesse nannte dafür exemplarisch das Start-Up Lilium Aviation, das an einem unbemannt fliegenden Taxi arbeitet. „Ich war in meiner Schulzeit der Erste mit einem Handy, die meisten haben keinen Sinn darin gesehen. Außerdem haben wir fünf Stunden pro Woche stenographiert. Heute sieht der Alltag ganz anders aus – und in zwanzig Jahren macht vielleicht niemand mehr den Führerschein.“

Übrigens: Michael Jesse stand im Rahmen eines Maturaprojekts im Vorjahr einer Schülergruppe in einem Interview Rede und Antwort – die Highlights finden Sie demnächst online!


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Viele können sich sicher noch an den ersten länderübergreifenden Kinospielfilm einer österreichischen Handelsakademie erinnern: „BERGMANDLC“ hatte im September 2016 seine Kinopremiere in der CineCity Klagenfurt und wurde seither mehrfach ausgezeichnet. In Slowenien und Österreich gehört das Projekt zu den besten Erasmus+-Resultaten innerhalb der Kategorie „Strategische Partnerschaften“. In Slowenien wurde dem Film von CMEPIUS, der slowenischen Nationalagentur, die Nationalauszeichnung „Jabolko kakovosti 2017“ verliehen. In Kalifornien wurde dem Film beim internationalen Filmfestival „Accolade Global Film Competition“ der AWARD of MERIT verliehen, bei den Kärntner Landesmeisterschaften 2017 kam er auf den 2. Platz.Bergmandlc_Merit

Das über Erasmus+ geförderte Kinofilm-Projekt ‚Freund – Prijatelj II‘ ist ein Folgeprojekt, das auf den Erfahrungen und Kompetenzen des Vorgängerprojektes (2014-2016) aufbaut. Es geht von der Überzeugung aus, dass die länderübergreifenden Filmprojekte unter Beteiligung von Schüler/innen, Lehrer/innen und Fachkräften aus zwei Schulen unterschiedlicher Nationalität und unterschiedlichen Typs selten sind. Die professionelle Spielfilmproduktion ist eine komplexe Materie, da hier ein interdisziplinärer Zugang, viele motivierte Lehrkräfte und Jugendliche mit verschiedenen Talenten sowie hohes kreatives Potential und gestalterisches und technisches Know-how erforderlich sind.

Während es sich beim Vorgängerprojekt „Bergmandlc“ um einen Science-Fiction-Streifen handelt, wird nun ein Krimi realisiert, der den Arbeitstitel „Still ruht der See“ trägt. Als Kulisse werden verschiedene Südkärntner Locations wie voraussichtlich Zell Pfarre oder der Turnersee herangezogen. Der Plot:

Am idyllischen Seeufer eines Bergdorfes wird die Leiche eines 17-jährigen Mädchens aufgefunden. Sofort machen sich Kommissar Hannes Egger und seine Kollegen von der Mordkommission auf die Suche nach dem Mörder. Die eingeschworene Gemeinschaft scheint etwas zu wissen. Doch das Dorf schweigt.

Seit Oktober 2017 werden die beteiligten Schüler/innen der Praxis-HAK Völkermarkt und des Gymnasiums Ravne na Koroškem im Zuge der Vorproduktionsphase auf den Dreh vorbereitet. Verschiedene Workshops mit Professionisten aus der Branche (Sound, Maske bzw. Makeup, Kamera und Licht) geben Einblicke in „Dos and Don’ts“ der Spielfilmproduktion unter der Federführung von Prof. Mario Kraiger, dem ein Organisationsteam rund um Daniel Zivkovic, Andreas Oven und von slowenischer Seite Prof. Simona Rejec zur Seite stehen.

Neben kleineren Szenen, die bereits in den Sommerferien abgedreht werden sollen, findet die eigentliche Produktion im kommenden Wintersemester (Ende September 2018 sowie einige Herbst-Wochenenden) statt. Die große Kinopremiere ist im September 2019 geplant. Man darf gespannt sein!

Vom 18. bis 23. Februar fand im Rahmen des Schüleraustausches mit San Daniele del Friuli der Gegenbesuch der Praxis-HAK-Schüler/innen bei der Partnerschule I.S.I.S. Vincenzo Manzini statt. Wir berichteten über den Aufenthalt der italienischen Schüler/innen in Völkermarkt Mitte Oktober.

Die Jugendlichen sahen ihre italienischen Freund/innen wieder und wurden bei deren Familien untergebracht. Es fanden viele Unternehmungen statt. Kulinarische Spezialitäten, darunter natürlich der berühmte San-Daniele Schinken, wurden in Hülle und Fülle verkostet. Neben dem Schulbesuch sah das Wochenprogramm auch eine Gruppenexkursion nach Cividale del Friuli vor, um dort auf den Spuren der Langobarden zu wandeln.

In Anbetracht dessen erfordert die Teilnahme an einem Schüleraustausch durchaus etwas Mut und Flexibilität, erfahrungsgemäß werden die Jugendlichen jedoch mit neuen Freundschaften, unvergesslichen Momenten und besseren Sprach- und Kulturkenntnissen belohnt.

Ein großes Dankeschön für die herzliche, unkomplizierte und gelungene Umsetzung des Austausches geht an alle Beteiligten!