In der vergangenen Woche erlangte das Projekt Brücken bauen – Gradimo mostove noch einmal österreichweite Bekanntheit. Hatten bereits zuvor Medien wiederholt auf die Kunstaktion im Rahmen der Carinthija-2020-Initiative des Landes Kärnten aufmerksam gemacht, besuchte der Radiosender Ö1 für die Sendung Journal-Panorama das Team bei der Vernissage bei der Annabrücke zwischen Grafenstein und Gallizien.

Die Projektmitglieder Jakob Haimburger und Florian Stojec standen dabei ebenso Rede und Antwort wie die Projektbetreuerin Prof. Daniela Wiedenbauer sowie Prof. Tanja Kramer und Prof. Josef Zore. Auch Künstler Edwin Wiegele und Gesamtkoordinator Gerhard Leeb kamen selbstverständlich zu Wort.

Mehr zur prominent besuchten Vernissage lesen Sie hier.

Kärnten gedenkt dieses Jahr dem hundertjährigen Referendum, in dem sich 59% gegen den Anschluss Südkärntens an den jugoslawischen Staat und damit für ein geeintes Kärnten entschieden. Insbesondere den damals über 10.000 slowenischsprechenden Kärnter/innen ist der Verbleib Kärntens als Teil Österreichs verdanken. Heute, hundert Jahre nach der Volksabstimmung, gilt es, sich angemessen an diese Zeit zu erinnern. Aus diesem Grund finden zahlreiche Projekte, Veranstaltungen und Feiern – diesjährig leider im kleineren Rahmen – statt.  

Nach dem Startschuss, der Rede Anna Lobnigs am Völkermarkter Hauptplatz, werden auch an der Praxis-HAK Völkermarkt verschiedene interdisziplinäre schulische Projekte initiiert, die ab sofort in den zweiten, dritten, vierten und fünften Klassen starten. In den zweiten Klassen werden Prof. Martin Erian, Prof. Andrea Knauder und Prof. Georgi Wehr in Deutsch und Politische Bildung den Schüler/innen nicht nur einen Einblick in den historischen Teil des Themas gewähren, sondern auch Statistiken und Gedichte zur Thematik werden behandelt.

Prof. Hornbogner wird mit den dritten Klassen ehemalige Reden zum 10. Oktober analysieren. Ein Filmprojekt, das von Prof. Daniela Wiedenbauer in Recht und Prof. Tanja Kramer in Religion durchgeführt wird, beschäftigt die vierten Klassen. Am 3. November wird dafür die Künstlerin Milena Olip an die Schule kommen und den Schüler/innen des vierten Jahrganges einen Film vorführen, der als Grundlage für einen Diskurs dienen soll.

Prof. Erians fünfte Klassen wiederum setzen sich in Internationale Wirtschafts- und Kulturräume kritisch mit Aspekten der Erinnerungskultur auseinander.

Abstimmungsgebietekaernten

Titelbild: CC-BY Mglanznig

Auch in den schwierigen Monaten der Corona-Pandemie funktioniert die Zusammenarbeit der Praxis-HAK Völkermarkt mit den Schulpartnern. So wurden die Sommermonate dazu genutzt, um mit der Unterstützung des Elternvereins gleich vier literarische Werke des 20. und 21. Jahrhunderts mithilfe des Elternvereins in Klassenstärke anzuschaffen, selbstverständlich bei einem Händler aus dem Bezirk Völkermarkt.

Prof. Martin Erian dankt dem Vorstand des Elternvereins um Katrin Diederich und Elisabeth Kogoj für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit: „Diese Aktion hilft uns, unsere Ausstattung weiter zu verbessern. Damit haben wir mehrere ansprechende Werke sofort griffbereit und entspannen damit die Brieftaschen der Jugendlichen sowie ihrer Eltern.“

Bei der Auswahl der Bücher wurde – nach eingehender Diskussion in der Fachgruppe – auf mehrere Faktoren geachtet. „Sie widmen sich Themen, die auch in der Gegenwart eine Rolle spielen, etwa Migration, Rechtsradikalismus oder die mediale Sensationsgier. Und zugleich sollen sie den Schülerinnen und Schülern natürlich Spaß und Spannung bieten.“

Wenig überraschend: Die Bücher sind bereits im Einsatz!

Jugendliche der 1AK mit den Neuanschaffungen

Nicht nur beim Native-Speaker-Workshop der zweiten Klassen zum Schulstart, im gesamten Schuljahr spielt die Sprechkompetenz der Schüler/innen der Praxis-HAK Völkermarkt in der Fremdsprache Englisch eine bedeutende Rolle. Daher freuen wir uns, mit Milena Kagel auch in diesem Jahr eine Sprachassistentin aus den Vereinigten Staaten von Amerika im Team begrüßen zu dürfen.

Milena stellt sich selbst vor:


My name is Milena and I’ll be working as an English Teaching Assistant at the Praxis-HAK this year. I hope to be a useful resource for students who want to improve their English and are curious about American culture.

I grew up in the southeastern state of Georgia, before moving north to Ohio for college. Although I expect my students may be more interested in hearing about California and New York, I hope to get them interested in the American South and Midwest as well.

In my free time, I like to run, cook, read and play guitar. My interests include music, foreign languages and cultures, popular culture and history.

I recently graduated from Oberlin College, where I studied History and German Studies. I knew I wanted to go abroad after college and am thrilled to be in Austria! I have always been interested in teaching and am excited to learn from the teachers at the Praxis-HAK and gain classroom experience this year.

Here’s to a great school year!

Auch im neuen Schuljahr steht die Mediathek Völkermarkt der Schulgemeinschaft der Praxis-HAK wieder als Schulbibliothek zur Verfügung. Die Mediathek lockt mit idealen Räumlichkeiten zum konzentrierten Arbeiten wie auch zum Entspannen und bietet über 20.000 Medien unterschiedlichster Art. Spezielle Materialien gibt es zudem für Abschluss- und Diplomarbeiten.

Prof. Maria Mrčela hat als Schulbibliothekarin soeben die neuen Zeiten bekanntgegeben. Sie steht täglich für Anfragen in der Mediathek zur Verfügung:

  • Montag, 13:30 bis 14:20 Uhr (Mittagspause)
  • Dienstag, 13:30 bis 14:20 Uhr (Mittagspause)
  • Mittwoch, 13:30 bis 14:20 Uhr (Mittagspause)
  • Donnerstag, 12:30 bis 13:20 Uhr
  • Freitag, 11:35 bis 13:20 Uhr

… sowie nach Vereinbarung!

Darüber hinaus hat die Mediathek Völkermarkt zu folgenden Zeiten geöffnet:

  • Dienstag, 14:00 bis 19:00 Uhr
  • Mittwoch, 8:30 bis 16:00 Uhr
  • Freitag, 10:00 bis 17:00 Uhr

„Immer höflich, aber nicht unterkriegen lassen!“: Mit diesem Fazit beschloss Organisator Gerhard Leeb einen stimmigen Abend unweit der Annabrücke, bei dem das Überwinden von Grenzen eine zentrale Rolle spielte – ob Alters- bzw. Generationsgrenzen oder Sprach- und Ortsgrenzen. Es war dies die Vernissage zur Ausstellung an der Draubrücke zwischen Gallizien und Grafenstein, die Teil des Projekts ist, das die Tageszeitung Kurier kürzlich als die „aktuell größte Kunst-Intervention im öffentlichen Raum in Europa“ bezeichnete.

Schüler/innen der Praxis-HAK Völkermarkt präsentierten gemeinsam mit Edwin Wiegele sowie den Projektbetreuern Prof. Daniela Wiedenbauer und Prof. Josef Zore ihre Arbeiten für das Projekt Brücken bauen – gradimo mostove im Rahmen der Carinthija-2020-Initiative des Landes Kärnten. Leonie Sablatnig (3BK), Leonie Heimhilcher (4BK) sowie Jakob Haimburger und Florian Stojec (beide 5BK) lasen dabei lyrische Texte und verdeutlichten, wie sich Probleme hin in Richtung globaler Problemfelder verschieben, von regionalen Zwistigkeiten hin zu großen Bedrohungen. So betonte auch Leeb: „Dieses Projekt ist ein Manifest für unseren Planeten. Die Jugend hat verstanden, dass wir einen Wandel brauchen. Wir Alten sind oft noch nicht so weit.“

Mit dabei waren nicht nur zahlreiche Mitglieder der Schulgemeinschaft, sondern u.a. Superintendent Manfred Sauer, Igor Pucker als Leiter der Kulturabteilung des Landes Kärnten sowie die Bürgermeister Stefan Deutschmann und Hannes Mak. Für den musikalischen Rahmen sorgten Klausi Lippitsch und Eliz Schweizer.


Weitere Schnappschüsse finden Sie auf Facebook wie auch Instagram.

https://www.facebook.com/PraxisHakVoelkermarkt/posts/1714115918761176?xts[0]=68.ARCEq9RYtZDnU2UIZOtwEHTUjdRWBn5FzHlUzBBT-f9Ih3_IgogjKp3LLFtL4y50wgdwdacJ4l4IstY9MUwooy2Dg4BCimSidccGiYn24Ze5qYDFcE1V1vdBwx5qOpSenMb8R4MRAZD-Sao09a9LGR2DQzUUVslfhJ_do1OJBDZr26gKtocyrTkYt3I51rMvm0dGBj9884rRPjf8enms0gv6ZJim1y5Ue0jDsVOkZCIU_g-tmZxKhbxRqD7ljoQ0e4Rivg42kievaFCvJ_LWr86ILVSmPTljG1PNZRuOEHsODPQkKVDnHoKnZfuVQ_vwBWAqgsHhnfZqn-cpHeK0dgZ4O_Oez9qsyDtGIR_iRnAFjcbCsvqdRQlb9hrmiVn7s6-3HU7BYvsVNgdISZIyN3r-r-CD4a5ZBsFKNP66umxMJBpJ9-0NqC7IjaIbCUSKY90UmpFmOVP_DEFWP-TPvA&tn=-R

Zum Start ins neue Schuljahr absolvierten die Schüler/innen der zweiten Klassen einen dreitägigen Workshop mit Native Speakern, um ihre Kompetenzen in der Fremdsprache Englisch zu verbessern. Prof. Georgi Wehr, der mit Prof. Silvia Macek die Klassen betreut hat, berichtet:


Like it or not, English has become the most popular language globally, and this makes it automatically the most dominant language in the business world. According to the Harvard Business Review „more and more multinational companies are mandating English as the common corporate language“ (Harvard Business Review 2012) and international companies, such as Airbus, Samsung and Microsoft use the lingua franca – English – for their internal and external communication.

As the Praxis-HAK has prepared their students for the world of work, English has become a vital constituent of the curriculum. For the last years, first graders have not only enjoyed an additional conversation class, but also the native-speakers project days, which were held in the last week of the school year. Due to the Corona virus pandemic the project had to be postponed and took place from September 16th to 18th.

The now second-graders enjoyed three wonderful days together with native speakers from the US and the UK and had to participate in games, conversations and debates – solely in English. This can be seen as a wonderful basis for the upcoming school year as the Praxis-HAK has intertwined English with other subjects, such as history, math, geography, business studies etc., with the intention to strengthen the English proficiency and preparing the students for both, self and career exploration, in the ever-changing landscape of the global economy.

Some feedback from students:

Janis Barth, 2AK: “It was really great having a non-conventional English lesson”.

Selina Pistotnik, 2AK: “It was a wonderful start into a new school year.”

Christine Micheu, 2AK: “Getting to know various accents was really interesting. Moreover, playing so many games was great fun too”.

Jürgen Koraschnigg, 2AK: “All three native speakers were excellent. The lessons were interesting!”


Auch im ausgehenden Schuljahr präsentierten sich die Schüler/innen der Praxis-HAK Völkermarkt immer wieder von ihrer kreativen Seite. Davon zeugen zahlreiche Beiträge, die in den vergangenen Monaten auf dem schuleigenen Kulturblog kultur.hak-vk.at veröffentlicht wurden.

Der aktuellste Beitrag wurde von Prof. Aleksander Lukan beigesteuert: Schüler/innen der vierten Klassen nahmen an der zehnten Ausgabe des Schreibwettbewerbs „Pisana promlad“ teil. Für den Sieg reichte es diesmal nicht, Gewinner/innen sind die Teilnehmer/innen dennoch. Das betont auch Prof. Lukan: „Jede/r Schüler/in bzw. jedes Team fand ein passendes Thema und mit der Unterstützung unserer Sprachassistentin Katarina Žagar, konnten die Schüler/innen nicht nur ihre Grammatikkenntnisse und den Wortschatz wiederholen, sondern auch ihrer Kreativität freien Lauf lassen.“

Die besten Beiträge lesen Sie hier.

In die Sommerpause verabschieden sich die Kreativköpfe damit noch nicht. Angekündigt ist noch ein Beitrag von Schüler/innen der 2BK zu den 44. Tagen der deutschsprachigen Literatur.

Anlässlich des Gedenkjahres 2020 initiierte die Praxis-HAK Völkermarkt in Kooperation mit der Europeada einen mehrsprachigen Schreibwettbewerb, der vom Land Kärnten im Rahmen der Carinthija-2020-Initiative gefördert wird. Doch dann kam Corona. Die Pandemie brachte den traditionellen Unterrichtsalltag, die Wirtschaft und auch die Kultur zum Erliegen, doch das Leben geht weiter – und ebenso das Schreiben.

Ursprünglich hätte der Bewerb bereits in diesem Frühjahr abgeschlossen werden sollen. Die besondere Situation führt nun allerdings zu neuen Fristen. Koordinator Prof. Martin Erian erklärt: „Die Jurymitglieder aus Bildung, Kultur und Wissenschaft haben sich intensiv ausgetauscht und schnell war klar: Ein Abbruch ist keine Lösung. Auch das Land Kärnten stand sofort hinter einer Fortführung des Projekts.“

Der bekannte slowenische Dichter Srečko Kosovel schrieb einst: »Die letzte Wahrheit des Menschen ist der Sieg der Schönheit.« Diese Schönheit spiegelt sich in Zeiten wie diesen in unserem Zusammenhalt, der gegenseitiger Hilfe und der Liebe zum Mitmenschen wider.

– Milena Olip, Organisationsteam der Europeada

In den letzten Wochen der Isolation sollte das Motto together unique | skupaj enkratni | zusammen einzigartig eine völlig neue Bedeutung erhalten, ein „Corona-Wettschreiben“ ist aber nicht das Ziel. Erian: „Im Mittelpunkt steht das Thema Mehrsprachigkeit mit seinen historischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Potenzialen.“

https://www.facebook.com/together.unique.2020/photos/a.101435238143463/131425251811128/?type=3&theater

Finale im Herbst – Einreichungen behalten Gültigkeit

Junge Autorinnen und Autoren haben nun bis 8. November 2020 die Gelegenheit, literarische Versuche einzureichen. Bereits eingelangte Arbeiten werden natürlich weiterhin berücksichtigt, die betroffenen Jugendlichen wurden entsprechend informiert.

Begleitet wird der Bewerb von einer vielsprachigen Jury, der unter anderem Hofrat FI Dr. Michael Vrbinc. Dr. Luca Melchior, Universitätsprofessor für Mehrsprachigkeit an der Universität Klagenfurt, und der zweisprachige Literaturwissenschaftler und Autor Dominik Srienc (Robert Musil-Institut für Literaturforschung) angehören.

Informationen zu den Vorgaben sowie zur Jury finden Sie hier.


https://www.instagram.com/p/B9wNXOUggGR/

Im November 1995 erklärte die UNESCO auf Antrag Spaniens den 23. April zum Welttag des Buches und des Urheberrechts. Die UNESCO möchte mit dem Welttag des Buches und den damit verbundenen weltweiten Aktivitäten Buch und Lesen fördern. Prof. Maria Mrčela hat als Schulbibliothekarin der Praxis-HAK Völkermarkt nun dazu aufgerufen, anlässlich dieses Ehrentages sein bevorzugtes oder auch aktuelles Buch vor den Vorhang zu holen. Denn sie betont, dass aktuell das Lesen wieder Platz gewinnt: „In Zeiten von Corona und der dadurch resultierenden Isolation sind einige von uns wieder auf den Geschmack gekommen, haben ihre Buchbestände durchforstet und Zeit gehabt, erneut in ihren Lieblingsbüchern zu schmökern.“

Und ehe wir ausgewählte Beiträge von Mitgliedern der Schulgemeinschaft präsentieren, hier noch ein Einwurf von Eva Malz, die als Mitarbeiterin der Mediathek und Mutter einer Schülerin der Praxis-HAK dem Aufruf zur Beteiligung auf Facebook gleich gefolgt ist und mit einem Zitat des früheren deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt Wirtschaft und Geistesleben vereint:

„Der […] Buchhandel ist ein gut verzweigtes Netz geistiger Tankstellen.“

– Helmut Schmidt

Weitere Beiträge folgen schrittweise.


Prof. Maria Mrčela: Friedrich Torberg: Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten

Ein „All-time-Favourite“ ist für mich der schmale Band des Wiener Schriftstellers Friedrich Torberg „Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten“. Einige von euch kennen ihn als Autor des in der Schule gern gelesenen Romans „Der Schüler Gerber“, in dem der sadistische Mathematikprofessor Artur Kupfer – auch „Gott Kupfer“ genannt – seinen in diesem Fach schwachen Schüler Kurt Gerber demütigt und quält, bis dieser nach seiner mündlichen Reifeprüfung so verzweifelt ist, dass er – noch vor der Verkündigung der Ergebnisse – aus dem Fenster springt.

Seine Geschichten und Anekdoten über die Tante Jolesch und ihre Zeitgenossen sind allerdings weitaus amüsanter und humorvoller. Er beschreibt darin eine Welt, die es zur Zeit der Veröffentlichung des Werkes im Jahr 1975 bereits nicht mehr gegeben hat. In bunten Farben malt er die versunkene Ära der Habsburger Monarchie, des jüdischen Bürgertums und ihrer exzentrischen Künstlerschar, bevölkert von interessanten und geistreichen Sonderlingen und Originalen, wie es sie kaum mehr gibt. Ein echter Lesegenuss sind die Kommentare der legendären Tante Jolesch, die es angeblich in jener Zeit in jeder Familie gegeben hat. Berühmt ist vor allem jenes Bonmont über allzu eitle Männer: „Was ein Mann schöner is wie ein Aff, is ein Luxus.“

Und wer wissen will, was das Geheimnis ihrer allseits beliebten und hoch begehrten Krautfleckerl ist, sollte das kleine Büchlein auf jeden Fall lesen!


Leonie Sablatnig: Charlotte Bronte: Jane Eyre

Das Roman „Jane Eyre“ wurde das erste Mal 1847 von Charlotte Bronte in der Weltsprache Englisch veröffentlicht. Charlotte Bronte, geboren am 21. April 1816 in Thornton, war die älteste von drei Schriftstellerinnen berühmt gewordenen Schwestern. Nachdem sie ihre Ausbildung als Lehrerin beendete, arbeitete sie von 1842 bis 1844 als Gouvernante. Sie baute ihre eigenen Lebenserfahrungen auch in ihre Bücher mit ein. Neben „Jane Eyre“, ihrem Meisterwerk, schrieb sie auch noch die Romane „Shirley“ „Vilette“ und „The Professor“. Sie starb in dem Alter von 39 Jahren an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.

„Das Tageslicht begann aus dem Roten Zimmer zu schwinden, es war vier Uhr vorbei, und der wolkenverhangene Nachmittag versank in trübem Zwielicht. Noch immer hörte ich den Regen beharrlich gegen das Fenster im Treppenhaus schlagen und den Wind im Wäldchen hinter dem Herrenhaus heulen; allmählich wurde ich kalt wie ein Stein, und mein Mut sank.“

Ich habe dieses Buch bei einem Deutsch-Auftrag lesen müssen und habe mir am Anfang gedacht, dass es ein überbewertetes Buch sei, da es wirklich viele Seiten hatte. Jedoch nach ein paar Seiten bemerkte ich, dass dieses Buch nicht wie viele andere Bücher ist. Hinter diesem Buch stecken viele glückliche, aber auch herzzerreißende Gefühle und Geschichten.

Keiner der Leser wird ahnen, wie sich Jane Eyres Weg entwickeln wird und nimmt auch daran Anteil, wie sie die Geschehnisse reflektiert. Jane Eyre wird in dem Buch als eine sehr starke Frau dargestellt, die keine höhere gesellschaftliche Stellung anstrebt, sondern sich um die inneren Werte eines Menschen kümmert. Die Besonderheiten dieses Buches sind die vielfältigen Charaktereigenschaften der Figuren.


Prof. Claudia Eberhard: Michael Schofield: Ich will doch bloß sterben, Papa

Eines meiner Lieblingsbücher, welches ich zu Weihnachten während meines Studiums bekam und innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe, trägt den Titel „Ich will doch bloß sterben, Papa“. Beim Text von Michael Schofield handelt es sich um eine wahre Geschichte.

Ein Vater erzählt aus der Ich-Perspektive über den Alltag mit seiner schizophrenen Tochter und kritisiert dabei unsere Gesellschaft und Moral in Bezug auf psychische Erkrankungen. Seine Tochter hat die Diagnose Schizophrenie, ist nicht von einem Dämon besessen, noch ist sie ein Opfer eines Missbrauchs. Ja, auch Schizophrenie kann pränatal entstehen, dh das Kind wird mit dieser Erkrankung geboren und kommt meist erst im Kleinkindalter zum Vorschein. Unwissenheit macht Menschen Angst und viele brauchen einen Schuldigen, doch als seine Tochter zum ersten Mal sagt: „Ich will doch bloß sterben, Papa“, wissen die Eltern, sie müssen etwas unternehmen. Sie stellen die Zeit mit der Familie in den Mittelpunkt. Es gibt viele Schicksalsschläge und wahnsinnig viel Liebe und Verständnis innerhalb der Familie.

„Jani lebt in einer Welt aus Halluzinationen und gewalttätigen Vorstellungen mit Hunderten imaginärer innerer Freunde. Manche davon sind gute Freunde, viele aber schlechte: Eine Ratte flüstert ihr ein, ihren jüngeren Bruder zu misshandeln, eine Katze sagt ihr, sie solle sich selbst töten, eine Stimme in ihr drängt sie dazu, aus dem Fenster zu springen. Und mittendrin in diesem Chaos aus nicht enden wollenden Wahnvorstellungen und Wutanfällen: Janis Eltern, die alles daransetzen, das Leben ihrer beiden Kinder zu schützen, während die Familie auseinanderzubrechen droht.“


David Schludermann: Ernest Cline: Ready Player One

Ein exzentrischer Milliardär, der den Schlüssel zu seinem Erbe in einem gigantischen Online-Computerspiel versteckt und die Welt damit vor das größte Rätsel aller Zeiten stellt. Ein Konzern, der über Leichen geht, um sich dieses Erbe anzueignen. Und ein junger Spieler, der den ersten brauchbaren Hinweis findet. Wir schreiben das Jahr 2044. Möge die Jagd beginnen…

Es geht um den Teenager Wade, oder wie er sich in der Virtual-Reality-Welt „OASIS“ nennt, Parzival. Jeder in der Zukunft verbringt die Zeit in der OASIS. Aus dem einfachen Grund, dass es der letzte Ort ist, an dem die Menschen leben können, wie sie wollen. Sogar der Unterricht wird dort geführt. Der verstorbene Milliardär und Erfinder der OASIS hinterließ drei Schlüssel, um an sein Vermögen zu kommen. Eines Tages entdeckt der Nerd Parzival den ersten Schlüssel und nun möchte ihn ein Konzern mit einer ganzen Armee aufhalten und das Erbe selbst erhalten.

Das Buch wurde im Jahr 2018 verfilmt und bevor ich den Film sehen wollte, hatte ich vor, das Buch zu lesen. Eigentlich hat das Buch mein Vater bestellt, aber als es mal so herumlag, nahm ich es in die Hand und las ein paar Seiten. Ich wurde direkt in die moderne Welt hineingezogen und habe es verschlungen. Es war einfach unglaublich spannend geschrieben und es wurden so viele Referenzen zu den verschiedensten Videospielen und den 80ern eingebaut. Das Beste war, dass sich die Geschichte wie ein Film in meinem Kopf abspielte. Abschließend ist zu sagen, dass ich einfach nur erstaunt war und wer Games und die 80er liebt, sollte auf jeden Fall zuschlagen.

Prof. Martin Erian: Leif Randt: Allegro Pastell

Wenn man sich ständig mit Büchern auseinandersetzt, gelingt es nur schwer, einen absoluten Liebling zu benennen. Und wenn man sich als Deutschlehrer laufend mit Klassikern der Literaturgeschichte beschäftigt – und von ihnen mag ich viele auch persönlich sehr! –, kommt man viel zu selten dazu, neue Werke kennenzulernen. Diesen Kreislauf habe ich nun durchbrochen und mir in diesen besonderen Zeiten ein Buch besorgt, das „die perfekte Durchdringung der Gegenwart“ verspricht.

Das schrieb jedenfalls kürzlich mit Ijoma Mangold einer der bedeutendsten Literaturkritiker der Gegenwart in der deutschen Wochenzeitung Die Zeit über Roman Allegro Pastell, den der deutsche Schriftsteller Leif Randt in diesem Jahr veröffentlicht hat. Mangold hielt dazu fest: „Von diesem Buch könnte eine neue Jugendbewegung ausgehen. Sie würde die erste sein, die den Fetisch der Unmittelbarkeit durch ein Konzept reflexiver Hipness ersetzt. Allegro Pastell ist definitiv eines der wichtigsten Bücher der deutschen Gegenwartsliteratur seit Christian Krachts Faserland. Kein Millennial wird künftig einen Roman schreiben können, ohne sich zu Allegro Pastell zu verhalten.“

Ob wirklich jeder Roman eines jungen Autors über unsere Zeit sich daran messen wird müssen, wird man sehen, doch tatsächlich zeigt das Buch Menschen, die im Hier und Jetzt leben, in Postings, Selfies, im Drang nach lässiger Selbstverwirklichung und immer wieder in der Sorge, den Erwartungen nicht gerecht werden zu können. Ich bin aber erst im ersten Drittel. Mal sehen, wie es weitergeht…


Weitere Statements

Die angehende Maturantin Katja Tscherteu beschäftigt sich aktuell mit Robert B. Cialdinis Die Psychologie des Überzeugens – und will manchen Tipp auch gleich umsetzen. „Ich habe das Buch von meinem Freund empfohlen bekommen, da er selbständig ist und aus dem Buch einige Sachen im realen Leben umsetzt. Nun hab ich mir das Buch geschnappt und bin sehr begeistert. Man kann wirklich im echten Leben umsetzen. Ein Beispiel: Cialdini beschreibt, wie kleine Gesten große Gesten nach sich ziehen. Wenn man jemandem einen Gefallen, ein kleines Geschenk oder anderes macht und das nächste Mal eine etwas größere Geste von ihm verlangt sind Personen eher dazu geneigt, ja zu sagen. Das ist eine Stelle aus dem Buch, die ich sicherlich in nächster Zeit einmal ausprobieren werde.“

Elena Purkowitzer wagt sich aktuell an einen Roman von André Aciman heran. Gemeinsam mit Kolleginnen aus der 1BK wird sie diesen erarbeiten. Sie sagt: „Ich lese gerade das Buch ‚Call me by your name‘. Mich hat das Buch sehr angesprochen, da ich auch den Film dazu kenne. Der Film war sehr spannend aber auch sehr romantisch 👍😊.“ Klassenkollegin Elena Podgornik stimmt zu: „Ich habe schon viele Bücher dieser Art gelesen und doch berührt mich dieses mehr als jedes andere. Ich kann mich eins zu eins in die Situation und Gefühle des Protagonisten hineinversetzten, dass es mich jedes Mal schockiert, wie meinen Gedanken doch teilweise ihm ähneln. Die einfachsten Sätze im Buch können solche Emotionen in einem hervorrufen.“

Markus Hartl dagegen ist ein Fan von „Erebos“ von Ursula Poznanski: „Das Buch ist sehr spannend und lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. In dem Buch geht es um ein Computerspiel, welches an einer Londoner Schule die Runde macht. Die Spielregeln sind aber äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Wer jedoch gegen die Regeln verstößt und seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Meiner Meinung nach ist Erebos ein Hammer-Buch und somit möchte ich es jedem empfehlen, der gerne Bücher liest.“