1AK und 1BK haben die Chance, an einem in Kärnten einzigartigen Projekt teilzunehmen, nämlich der Gründung einer Schülergenossenschaft, betreut durch die Partnergenossenschaft die Raiffeisenbank Eberndorf.

„Ein wesentliches Merkmal der Schülerinnen- und Schülergenossenschaften ist die enge Kooperation mit regionalen Partnergenossenschaften, welche nicht nur als Inputgeber in Form von Workshops und Exkursionen mitwirken, sondern auch im Aufsichtsrat der Schülerinnen- und Schülergenossenschaft vertreten sind und im täglichen Geschäftsbetrieb mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

– Quelle: act.at

Eigentlich hätte es eine feierliche Face-to-Face-Auftaktveranstaltung gegeben, coronabedingt fand ein Online-Treffen mit Anja Aleschko, Marketingverantwortlicher und Projektbetreuerin der Raiffeisenbank Eberndorf, statt. Der feierliche Teil ist jedoch damit nicht aufgehoben, sondern lediglich aufgeschoben. 

Die Jugendlichen werden eine Genossenschaft, die über mehrere Schuljahre angelegt ist, gründen, mit dem Ziel, demokratisch wirtschaften zu lernen. Ausgehend von ihren Geschäftsideen wird in der Generalversammlung der Genossenschafter – das sind die Jugendlichen der ersten Klassen – über den Geschäftszweck entschieden und es werden die Statuten der Genossenschaft festgeschrieben. Im Vordergrund steht jedoch nicht die maximale Gewinnerzielung, sondern vielmehr die Förderung der Mitglieder und die Stärkung der Region. Die Jugendlichen werden kalkulieren, Businesspläne schreiben, ihre Geschäftsidee vermarkten, die Buchhaltung führen und dem Vorstand laufend berichten.

Wie in allen Genossenschaften wird auch in der Schülergenossenschaft ein Vorstand sowie ein Aufsichtsrat gewählt und zumindest einmal pro Jahr findet eine Generalsversammlung statt. Die Geschäftsgebarung wird auch einmal im Jahr von einer externen Revision des Raiffeisenverbandes geprüft, um die nachhaltige Entwicklung dieses Unternehmens zu gewährleisten. 

Der erwirtschaftete Gewinn wird zum Teil in die Weiterentwicklung der Schülergenossenschaft investiert bzw. dient der Förderung der Genossenschafter.

Wer steht hinter dem Projekt?

Die Raiffeisenbank Eberndorf ist die Partnergenossenschaft der Schülergenossenschaft an der Praxis-HAK Völkermarkt, die dieses Projekt federführend über mehrere Jahre mitentwickelt hat. Die Raiffeisenbank wird den Jugendlichen immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Weitere Partner sind der Österreichische Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen-Revisionsverband, der ÖGV (Österreichischer Genossenschaftsrevisionsverband nach Schulze-Delitzsch) und die Revisionsverbände des Raiffeisensektors sowie das Bildungsministerium, die den rechtlichen Rahmen für dieses gesamte Projekt bilden.

Prof. Ulrike Messner-Lasnik und Prof. Theresia Müller-Tschischej, die die Schüler/innen betreuen, freuen sich auf die nächsten Schritte: „Inspiriert von Gedanken dieses Online-Meetings – Was macht ihr gerne? Was bringt euch als Genossenschafter weiter? Was nützt der Schule und der Region? – werdet ihr, liebe 1ABK, eure Ideen entwickeln. Wir als betreuende Professorinnen sind schon gespannt auf eure Geschäftsideen als junge Genossenschafter und hoffen, dass wir uns alle bald wieder face-to-face treffen!“

Übrigens: Vor kurzem berichtete auch die Kleine Zeitung über das Projekt:

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Kleine Zeitung, 26.11.2020

Mehr Pressebericht gibt’s hier.

Da die erstmalige Zertifizierung der Praxis-HAK zur Entrepreneurship-Schule bereits einige Jahre zurückliegt, entschloss man sich im Lehrerteam, eine Rezertifizierung anzustreben. Der erste Schritt in diese Richtung wurde heute gesetzt. Entrepreneurship Education steht für Förderung einer Kultur der Mündigkeit, Eigenverantwortung und persönlicher Kompetenzen im Rahmen aller Unterrichtsgegenstände. Schülerinnen und Schüler profitieren vom unternehmerischen Lernen, da unter anderem Eigeninitiative, Teamfähigkeit, Kreativität, Durchsetzungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein gefördert werden.

In der Distance-Learning-Phase finden auch die Fortbildungen der Lehrer/innen der Praxis-HAK Völkermarkt online statt – so auch der diesjährige Schulentwicklungstag, der an einem Samstag abgehalten wurde und eben dem Thema Entrepreneurship Education gewidmet war.

Als Expert/innen und Instruktoren an diesem Fortbildungstag fungierten Mag. Markus Schebella und Maga. Erika Hammerl aus der Business Academy Maygasse Wien 13 sowie Maga. Petra Perndorfer und Maga. Karin Späth aus der BHAK Eisenerz. Diese beraten und begleiten auch den gesamten weiteren Rezertifizierungsprozess, abgestimmt auf das Schulprofil der einzigen Berufsbildenden Höheren Schule des Bezirk.

Nach einem Input der Referent/innen wurde in Kleingruppen zu vier verschieden Überthemen gearbeitet: diese beinhalteten den Entrepreneurship-Day, den Ideenwettbewerb, Entrepreneurship-Aktivitäten und deren Auftritt auf der Website und in den Social-Media-Kanälen, Unternehmensbesuche und gemeinsame Interessen von Lehrer/innen und Schüler/innen, die Sustainable Development Goals (Nachhaltige Entwicklungsziele) und den Debattierclub.

Nicht nur heute fanden diese Themen großen Zuspruch, sondern sie werden auch weiterhin im Unterricht der Praxis-HAK Völkermarkt einen großen Stellenwert einnehmen, um Schüler/innen zu animieren Citoyens (Bürger/innen bzw. Staatsbürger/innen, die eigenverantwortlich, mündig, solidarisch das Leben mitgestalten) zu werden.

Werden wir aktiv!

Bericht: Verena Hornbogner & Ulrike Messner-Lasnik

In einem spannenden Online-Meeting hat die 1AK Robert Zambo vom Unternehmen City Mobile Service kennengelernt. Robert Zambo, Einzelunternehmer seit Februar 2020, hat sein Unternehmen in der wohl schwierigsten Zeit für einen Unternehmensgründer in der Mettingerstraße in Völkermarkt eröffnet.  

Nach seinen jahrelangen Praxiserfahrungen bei Unternehmen als Geschäftsleiter bei Hartlauer, Mitarbeiter bei EP Hus und Techniker bei der Handybörse und seiner Liebe zur Reparatur von technischen Geräten hat Zambo den Entschluss gefasst, sich selbständig zu machen. Die Jugendlichen spürten seine Begeisterung, seine Freude mit Kunden persönlich in Kontakt zu treten, ihnen zu helfen, ihre Probleme zu lösen und seine Motivation, seinen Traum einfach zu leben, wenn auch das Umfeld derzeit sehr, sehr schwierig ist. Aber, so sein Aussage, ein Unternehmer muss sich jeden Tag neuen Problemen stellen und diese nicht als Probleme, sondern als Herausforderung sehen! 

Nach einem virtuellen Spaziergang durch sein Unternehmen wurde den Schülerinnen und Schülern sofort das Geschäftsmodell von Robert Zambo klar. Er baut sein Unternehmen auf mehreren Standbeinen auf:

  • Handel  
    • mit Neugeräten oder gut erhaltenen fast neuwertigen Handys 
    • Zubehör wie Kopfhörer, Hüllen etc. 
    • mit Tablets 
  • Reparatur, die vor allem von ihm und seinen Mitarbeitern vor Ort erfolgt 
  • Persönliche Beratung und Service in allen möglichen Bereichen wie Installation etc.  

Überrascht hat die Schülerinnen und Schüler vor allem die Erkenntnis, dass Zambo größten Wert auf persönlichen Kontakt zu seinen Kund/innen legt, kein Online-Verkäufer werden möchte und daher auch nicht offensiv im Social-Media-Bereich auftreten möchte, da er sich bewusst ist, dass man, falls man als Unternehmer diesen Kommunikationsbereich nutzt, diesen professionell und täglich betreuen muss.

Diese Zeit möchte Zambo lieber in die persönliche Pflege der Kundenkontakte legen. Die beste Werbung ist der/die zufriedene Kunde/Kundin und damit ist die billigste und beste Werbung die Mundpropaganda. „Unsere Kunden tragen uns!“ 

„Die zufriedenen Kundinnen und Kunden, die bei CMS einkaufen sind die, die die Mitarbeiter, Lieferanten, Vermieter, etc. „bezahlen“!“ Damit wurde den Jugendlichen klar, dass bei allem Handeln eines Unternehmens die Kund/innen im Mittelpunkt stehen.

Die 1AK hat durch diesen Online-Besuch das in der Zwischenzeit erworbene theoretische Wissen an der Praxis messen können und Bilder dazu erhalten, um die Theorie besser zu verstehen. Das sogenannte St. Galler Managementmodell, das aufzeigt, dass jedes Unternehmen in ein Umfeld eingebettet ist und langfristig nur Erfolg haben wird, wenn es gelingt, Win-Win-Situationen mit den Anspruchsgruppen herzustellen, wurde in der Diskussion mit Zambo am Unternehmen City Mobile Service hinterfragt und auch bestätigt.

Nur wenn die Kunden und Kundinnen zufrieden sind, die Mitarbeiter wertgeschätzt werden, die Lieferanten pünktlich ihre Zahlungen erhalten und der Unternehmer auch eine gute Kooperation mit den Mitbewerbern anstrebt und sich nicht ständig mit negativen Gedanken blockiert, wie er die Konkurrenz vernichten kann, dann steht dem erfolgreichen Unternehmen langfristig gesehen nichts mehr im Wege. Dieses Erfüllen der gegenseitigen Erwartungen wird auch in zahlreichen Verträgen festgeschrieben. 

Mit dem Gefühl, dass jeder von uns Mitverantwortung für das Wohlergehen der Region und der Unternehmen, die vielen Bewohnern in der Region auch Arbeitsplätze bieten, trägt, indem auch die Einkäufe bei regionalen Unternehmen getätigt werden, wurde diese interessante erste Sitzung mit dem Patenunternehmen beendet.  

Prof. Theresia Müller-Tschischej: „Herzlichen Dank für dieses interessante Meeting!“


Bericht: Prof. Theresia Müller-Tschischej

Spätestens dann, wenn die Corona-Pandemie vorübergegangen ist, spielen Praktika im In- und Ausland wieder eine bedeutende Rolle an der Praxis-HAK Völkermarkt. In diesem Zusammenhang dürfen wir auf eine neue Initiative hinweisen:


Liebe/r Schüler/in der Praxis-HAK,

derzeit läuft seitens der Bildungsdirektion Kärnten das SCET-NET-Projekt (Senza Confini Education and Training Network) zwischen Italien und Österreich. Dieses ermöglicht Schüler/innen ab dem 16. Lebensjahr ein 13-tägiges Praktikum in einem italienischen Unternehmen in der Region Friaul-Julisch Venetien zu absolvieren (Zielorte: Udine, Lignano, Grado und Triest).

Das Praktikum findet vom 21. März bis 2. April 2021 (zum Teil in den Osterferien) statt.

Inkludierte Leistungen

  • Hin- und Rücktransport von Klagenfurt mit Begleitperson
  • Verpflegung (drei Mahlzeiten am Tag)
  • Unterkunft vor Ort
  • Gruppenversicherung (Haftpflicht-, Storno- und Rückholversicherung)
  • Betreuung im Unternehmen durch eine/n Mentor/in
  • Rahmenprogramm

Vorerst werden nur vier Schüler/innen pro Schule in das Projekt aufgenommen.

Solltet Ihr Interesse an diesem Praktikum haben, dann meldet euch über MS Teams bei Herrn Prof. Aleksander Lukan.

Weitere Information zum Praktikum entnehmt bitte auch dem beiliegenden Folder.

Mit diesem Schuljahr startet in der Praxis-HAK nicht nur das neue Schulkonzept mit Smart-Learning-Klassen, auch sogenannte Schülergenossenschaften sind brandneu am Standort. Die Praxis-HAK Völkermarkt ist eine von insgesamt nur vier Schulen in ganz Österreich und die einzige in Kärnten, die an diesem Pilotprojekt des BMBWF teilnimmt und somit wieder einmal Vorreiter ist.

Schülergenossenschaften sind Schülerunternehmen mit realem Geschäftsbetrieb, klaren demokratischen Regeln und genossenschaftlichen Werten. Das didaktische Konzept der Schülergenossenschaften ermöglicht nicht nur den Aufbau eines hohen Maßes an Entrepreneurship-Kompetenz wie Eigeninitiative, Kreativität, Innovationsfreude und Marktverständnis, sondern bringt den Schülerinnen und Schülern die Genossenschaft als partizipative, regional verankerte Rechtsform näher.

Durch die Ausübung einer realen Geschäftstätigkeit der Schülergenossenschaften werden die Schülerinnen und Schüler zu logischem, kreativem und vernetztem Denken, zum genauen und ausdauernden Arbeiten, selbstständig und im Team sowie zum verantwortungsbewussten, partizipativem Entscheiden und Handeln angeleitet.

Die Schülergenossenschaften der Praxis-HAK werden von der Raiffeisenbank Eberndorf als Partnergenossenschaft unterstützt. Nachhaltiges Wirtschaften in diesen Betrieben soll den Herausforderungen, die Globalisierung und Klimawandel mit sich bringen, Rechnung tragen.

Ab diesem Schuljahr werden sich die Schüler/innen der ersten Klassen also als Unternehmer versuchen. Die erste Auftaktveranstaltung mit der Raiffeisenbank Eberndorf ist für den 16. Oktober 2020 geplant.

„Dieser neue Gegenstand bildet durch die Vernetzung mit allen anderen Unterrichtsgegenständen die Grundlage für den Aufbau fächerübergreifender Kompetenzen, welche insbesondere im Zusammenhang mit den übergreifenden Themen Entrepreneurship Education sowie Wirtschafts- und Finanzbildung gesehen werden können.“
– Direktorin Michaela Graßler


Kronen Zeitung, 31.8.2020

Die globale Corona-Pandemie hatte auch für den Schulbetrieb an der Praxis-HAK Völkermarkt vielfältige Folgen. Nicht nur sorgte der Lockdown für wochenlanges Distance Learning, das Lehrkräfte und Schüler/innen gemeinsam gut meistern konnten, sondern setzte auch manchen Praktikumsträumen ein Ende.

Und trotzdem: Auch der Sommer 2020 ermöglicht es vielen Jugendlichen, Berufserfahrungen zu sammeln, und zwar in den verschiedensten Branchen. Bereits zum Schulschluss schnupperten Schüler/inen der ersten Klassen Praxisluft, etwa Antonio Kopic (1BK), der beim A1-Shop in Völkermarkt eine Woche im Dienst stand – und davon auch via Blog berichtete.

https://www.facebook.com/A1shopVK/posts/339594580774900?xts%5B0%5D=68.ARBRbOcwTVWKwnCgb8B0VeUwNnCsP4GidoXmoGhQzKti0liFrdfn5Fruxacu3oGbIIvoCTa7dVcIQPDKEsWxp-HYjcjq0ByW2hrNyI0x3OyfljExAucEtw0lH-fHQTGnTe68QomSBZ1pE4wtzqmFNoXnjuuaNjdpsQ-GjUgA4ilVf-ol_qxdidA0Wg5JF0CjMgqa1qG8eMRNBPfaxsevxUmew_3D5JfOKK2HpQDrc-B_pNCTVNCpaKtWGXdlWfUAUa_q4N2CKfzwJADODnN3H14uDSQPLTYRRSywCWMYQzDgfPzKfThf8aiaJjhE4KIrMpvc0hj-_StS09388xlT8M0&tn=-R

Die Kleine Zeitung Völkermarkt besuchte nun sechs Praktikant/innen, darunter auch Lisa Schirnik (3AK) und Absolvent Alois Meschnark, der im Herbst ein Studium im Fach Technische Mathematik beginnen möchte.

Lesen Sie nachfolgend Auszüge aus dem Bericht, an dem auch HAK-Absolvent Alexander Jegart mitgearbeitet hat:


Für Alois Meschnark (21) war die Anstellung als Praktikant beim Entsorgungsdienst Gojer in Kohldorf aufgrund der Corona-Situation lange fraglich. „Es gab bereits eine voraussichtliche Absage. Umso mehr habe ich mich gefreut, als im Juli die Nachricht kam, dass ich doch arbeiten darf“, so Meschnark. Dabei reichen seine Aufgabe von Sortierungs- und Reinigungsarbeiten im Bauhof bis zum Beifahrer bei der Müllabfuhr. Im Herbst steigt der Praxis-HAK-Absolvent aus Völkermarkt in das Studium „technische Mathematik“ an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt ein. Das Praktikum macht Meschnark, weil er damit sein Studium finanzieren und auch zusätzlich etwas für die Umwelt tun kann. „Wer diesen Job machen will, sollte sich auch lieber schnell an die harte Arbeit und das frühe Aufstehen gewöhnen, denn die Müllabfuhr startet bereits um 5 Uhr früh“, so Meschnark.

Da die meisten Firmen heuer keine Praktikanten aufnehmen, tat ich mir schwer, ein Unternehmen zu finden, in dem ich mein Pflichtpraktikum absolvieren kann“, sagt Lisa Schirnik, Schülerin der Praxis-HAK Völkermarkt. Schlussendlich fand die 17-Jährige doch noch eine Praktikumsstelle bei der Uster Installationen GmbH in Kühnsdorf. Dort macht sie so gut wie alle Stationen der Firma einmal durch. Vom Posteingang bis zur Personalverrechnung ist alles dabei. Für die Schülerin ist es sehr wichtig, heuer ein Praktikum zu absolvieren. „Für die Schule muss ich ein einmonatiges Praktikum machen“, so Schirnik. Im Herbst kommt sie in die vierte Klasse. Sorgen aufgrund der Corona-Krise macht sie sich keine. Sie hofft aber, dass es bis zu ihrer Matura keine Probleme mehr durch Corona gibt. Was Schirnik nach ihrer schulischen Ausbildung vor hat, lässt sie sich noch offen.

Den gesamten Bericht finden Sie hier.

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1551676215012365&id=394737410706257&__xts__[0]=68.ARDqjkh3T4QRqJyKV8HPS9dh8jx0ez8KKbjmxXeMzlrp_bl1D7vTlqqDhsy5P0V2k7la8wgL9K5P0tRfCt0cp44sTlunye8WodKZTJsxUdym9vmS-KNv_6-UMeU75l9_u2TVH48LMGXLacURimS8LFXv4V2BCGUJmao2c4TvodRhm-HDxB4Yn_zIKhHW-Y3XdILaqHv3cz1pv6B5x8q35kHYbGQKwoVWdp9wA-izFkz8Efesw_XWlMjQxjy_oJZas-3sKi7hWKYVQxWEskhkltJDaLnKXOOVsD4NG9aEYEv7IXm-z3qzURaXWEAe1gPDA4ip7BXDPagk1z0nEYGdn45Wig&__tn__=-R

Die globale Coronapandemie durchkreuzte so manchen Plan, auch jene der Schüler/innen der Praxis-HAK Völkermarkt. Betroffen von Absagen sind nicht nur Veranstaltungen, sondern auch zahlreiche Auslandspraktika. Anna Lobnig, Schülerin der 4AK, hatte hingegen die Gelegenheit, Berufserfahrung im slowenischen Prevalje zu sammeln.

Lesen Sie selbst! Nachfolgend berichtet Lobnig über Ihre Erfahrungen:


Alles neu: Familie, Job, Kultur

Nach meinem vierwöchigen Aufenthalt in Slowenien bin ich nun wieder zurück in Österreich. Während meines Auslandspraktikums in der „Osnovna Šola“ (Grundschule) in Prevalje habe ich nicht nur meinen Wortschatz in der slowenischen Sprache verbessert, sondern auch viele positive Erfahrungen gesammelt.

Durch das Praktikum in Slowenien wollte ich mir einen Einblick ins Lehrerleben verschaffen. Es diente nicht nur dazu, meine Slowenischkenntnisse zu verbessern, sondern auch einen Beruf auszuprobieren, in dem ich mir vorstellen könnte, später selbst zu arbeiten.

Als ich in Prevalje angekommen war, wurde ich von meiner Gastfamilie, die zugleich auch zu meiner Verwandtschaft gehört, freundlich und offen aufgenommen. Durch sie konnte ich nicht nur die neue Kultur und die Traditionen Sloweniens, sondern auch neue Vokabeln sowie Redewendungen der Alltagssprache kennenlernen. Während meines Aufenthalts in Prevalje habe ich mich bei meiner Gastfamilie sehr wohl gefühlt, die wie eine zweite Familie für mich war.

Auch in der Schule, die für die nächsten Wochen mein Arbeitsplatz wurde, wurde ich mehr als herzlich empfangen. Die meiste Zeit arbeitete ich mit der 5. Klasse. Die Altersstufe der Klasse ist gleichzusetzen mit einer 1. Klasse der Sekundarstufe in Österreich, in Slowenien gibt es nämlich keine Trennung zwischen Volksschule und Neuer Mittelschule bzw. AHS-Unterstufe. Das bedeutet, dass die Schüler/innen neun Jahre dieselbe Schule besuchen. Grundsätzlich ist das Schulsystem in Slowenien ansonsten gleich wie in Österreich. Die Schulpflicht reicht vom sechsten bis zum 15. Lebensjahr. Danach können die Schüler/innen ein Gymnasium oder weitere Schulen wie Handels- oder Berufsschulen besuchen.

Die tägliche Jause steht fest im Stundenplan

Der Tagesablauf ist von der Struktur her ähnlich wie in Österreich. Um 08:15 Uhr in der Früh beginnt der Unterricht für die Schüler/innen. Gegen zehn Uhr vormittags gibt es eine Jause, die ins Klassenzimmer serviert und dort gemeinsam gegessen wird. Die Jause und auch das Mittagessen werden von der Küche, die sich direkt in der Schule befindet, zubereitet. Um 12:00 Uhr essen die Kinder das Mittagessen im Speisesaal. Nach dem Mittagessen wird der Unterricht fortgesetzt und endet ca. um 13:00 Uhr.

Nun zu meinen Arbeitsaufgaben: In den ersten Wochen bekam ich die Möglichkeit in ein paar Jahrgängen reinzuschnuppern und mir jeden Unterricht genau anzusehen. Dabei habe ich den Schülern/innen bei verschiedenen Aufgaben in Fächern wie Mathematik, Deutsch, Englisch und Slowenisch geholfen. Des Weiteren habe ich mit den Kindern Bücher gelesen, Lieder gesungen und Brücken gebastelt. Die Lehrer/innen integrierten mich in den Unterricht so oft es ging und ließen mich ebenso meine eigenen vorbereiteten Unterrichtsstunden durchführen.

Entdeckungen über Entdeckungen

Während meines Aufenthaltes in Prevalje habe ich viel über die Stadt, aber auch über das Land selbst erfahren. In meiner Freizeit sind wir sehr viel gereist und haben uns einige Städte, unter anderem auch die Hauptstadt Ljubljana angesehen. Ljubljana ist eine sehr schöne Stadt, in der viele Cafes und Restaurants am Fluss „Ljubljanica“ angesiedelt sind.  Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten ist die Burg von Ljubljana, denn von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf die ganze Stadt.

https://www.instagram.com/p/CB5XcI4g5HD/

Alles in allem war dies eines der besten Praktika, das ich jemals hatte. Sprachlich hat mir mein Praktikum sehr geholfen und auch in beruflicher Hinsicht habe ich bemerkt, dass es mir wirklich viel Spaß bereitet, mit Kindern zu arbeiten.

Homeoffice! Diese Parole galt nicht nur für den Unterricht, sondern auch in der Arbeitswelt. Das bekamen ebenfalls die Junior Companies der Praxis-HAK Völkermarkt in der Lockdownphase im Frühjahr zu spüren. Dennoch qualifizierten sich die vier Gruppen für den Landeswettbewerb und konnten dann auch im Onlinemeeting die Jury überzeugen. Herausragend war dabei die Leistung des Teams von BodyNature – Carina Miklau, Rebecca Reichart und Janine Weitzer (alle 4AK, siehe Foto oben) sicherten sich Rang zwei.

Neugierig? Hier finden Sie die Präsentationen der erfolgreichen Teams:


BodyNature (4AK)


BellaRoba (2AK)


OwnWay (2AK)


PureHarmony (4AK)

Am heutigen Tag fand das Finale der Landeswettbewerbs der Junior Companies statt. Angetreten war in diesem Schuljahr ein Rekordteilnehmerfeld von 29 Jungunternehmen, neun schafften es ins Finale. Hier schon der erste Achtungserfolg: Vier der neun stammten aus der Praxis-HAK Völkermarkt.

Im Finale stellten sich schließlich Lauro Schöndorfer (BellaRoba), Pascal Romano (OwnWay), Rebecca Reichart (BodyNature) und Jacqueline Riegel (PureHarmony) den Fragen der Expertenjury – und BodyNature sicherte sich sensationell Rang zwei.

Die Verkündung des Ergebnisses gibt’s auch auf YouTube nachzusehen:


Sieger sind sie alle

Die Volkswirtschaftliche Gesellschaft, die den Wettbewerb organisiert, hat sich in diesem besonderen Jahr etwas einfallen lassen. Nicht nur die Top drei erhalten ein Preisgeld, sondern alle Finalteilnehmer. Damit ist ein gemeinsamer Abschluss im Team für alle gesichert!

„Wir haben nie damit gerechnet, wir hätten jeden den Sieg gegönnt, denn wer den Mut hat mitzumachen, hat es mehr als verdient zu gewinnen! Die Konkurrenz war sehr stark und alle Juniors haben wirklich tolle und innovative Produkte. Ich denke, eine der größten Herausforderungen war es, alles zu dritt zu meistern. Dass es geklappt hat, liegt auch an der tollen Unterstützung unserer Aromapraktikerin, Frau Rechelbacher, und durch Frau Prof. Müller sowie Frau Prof. Messner.“

– Rebecca Reichart, 4AK

„Vor dem Jurygespräch war ich auf jeden Fall aufgeregter als vor einer Schularbeit oder einem Test. Jedoch als die erste Frage gestellt wurde und ich begonnen habe, sie zu beantworten, verflogen die Aufregung und die Sorgen.“

– Lauro Schöndorfer, 2AK

„Ich bin mit dem Verlauf sehr zufrieden. Ich habe mir nicht zu viel erwartet, da viele gute Firmen dabei waren, und bin glücklich darüber, dass unsere Freundinnen den zweiten Platz erreichen konnten. Die größte Herausforderung für mich war ganz klar das Auftreten vor der Jury und das Finden der richtigen Antworten. Da wir jedoch schon oft Onlineunterricht hatten, war die Online-Konferenz kein Problem für mich.“

– Jacqueline Riegel, 4AK

„Mit dem Verlauf kann man im Großen und Ganzen zufrieden sein. Die größte Herausforderung war es für uns, uns auf das Jurygespräch passend vorzubereiten und zu wissen, was und wie gefragt wird. Vor allem dann beim Gespräch selbst ist es schon etwas komisch gewesen, weil es via Online-Meeting schwerer fällt abzuwägen, wie die Stimmung ist und was jetzt gut passen würde, um das Gespräch in die richtige Richtung zu leiten. Was wir mitnehmen? Für den Erfolg muss das Team richtig verschmelzen, die Kommunikation fiel in der Schule schon nicht leicht, online wurde es noch schwieriger. Was ich hierbei mitnehme: Fehler erkennen – Fehler ausbügeln – Fehler nicht wieder machen.“

– Pascal Romano, 2AK


https://www.instagram.com/p/CAsVXu6pJDq/

Die vier Junior-Unternehmen der Praxis-HAK Völkermarkt sind trotz Corona-Zeit bestens für den Landeswettbewerb gerüstet. Diesmal wird der Wettbewerb anders verlaufen, wie vieles in der Wirtschaft. Die Businesspläne sind fertiggestellt und die Präsentationen besprochen, fix fertig, um die Online-Jury von ihren Geschäftsideen und -modellen zu überzeugen. Am 26. Mai wird dann das Online-Expertengespräch stattfinden, um die letzte Kompetenz im Rahmen des Landeswettbewerbes unter Beweis zu stellen, um auf die vielen Fragen der Experten/innen sicher und überzeugend zu antworten.

Die Produkte und Geschäftsmodelle im Überblick

Anna Lobnig, Larissa Petritz, Kerstin Hirm und Jacqueline Riegel mit ihrem Unternehmen PureHarmony freuen sich schon darauf, die Jury mit ihren duftenden Pölstern in den Duftrichtungen Zirbe, Rose und Lavendel zu betören. Gerade in so stressigen Zeiten des Alleinseins, der Hilflosigkeit, können die Kissen mit ihren Düften einen wertvollen Beitrag leisten, sich etwas zu entspannen.

Carina Miklau, Rebecca Reichart und Janine Weitzer mit ihrem Unternehmen BodyNature wollen die Jury mit ihrem Rassiermousse in den Duftrichtungen Orange und Kokos, der erzielten einmalig gereinigten, glatten und gepflegten Haut, frei von Hautirritationen und der damit vermittelten Vorfreude auf den Sommer überzeugen. Das Ziel: die Ängste und Unsicherheiten von Corona, wenn auch nur kurze Zeit, hinter sich lassen und die geschmeidige Haut in der Sonne genießen.

Das Unternehmen OwnWay der 2AK, unter der Geschäftsleitung von Laureen Holmes, Cornelia Tamegger und Matthias Possautz, will mit seinen To-go-Bechern aus Glas, versehen mit individuellen Botschaften, die Jury überzeugen, einen eigenen (=own), aber besonders schönen Weg zu finden, um einen wertvollen Beitrag zu leisten, die Umweltverschmutzung mit Plastikmüll zu reduzieren. Denn auch kleine Schritte bewegen im Gesamten große Schritte.

Das Unternehmen BellaRoba der 2AK, unter der Geschäftsleitung von Lauro Schöndorfer und Mihaela Topalovic, will mit seinen einzigartigen, natürlichen Seifen in unterschiedlichen Duftrichtungen und Formen seine Kunden/innen und natürlich die Jury überzeugen, dass Hygiene nicht nur Sinn macht, sondern auch Freude bereitet. Die besonderen Seifen sind das ideale Produkt, um weitere Corona Ansteckungen zu reduzieren.


Die Jugendlichen haben in diesem Juniorjahr viel an Erfahrungen mitnehmen können. Sie erkannten wie wichtig der Zusammenhalt, die Teamarbeit, das Durchhaltevermögen, die Stressresistenz, die Auswahl des idealen Marketingkonzeptes, die richtige Kalkulation und laufende Anpassung der Produkte an Marktveränderungen ist. Sie spürten auch wie schön die Freude an den verkaufsfertigen Produkten, den steigenden Umsätzen und positiven Rückmeldungen ihrer Kunden/innen ist. Es ist allen gelungen mit ihren Produkten die Bedürfnisse ihrer Kunden/innen zu befriedigen bzw. die Bedürfnisse zu wecken. Gleichzeitig aber haben sie auch das Gefühl der Ohnmacht gegenüber Krisen gespürt, obwohl sie alle einzigartige Produkte entwickelt haben und ihre Kunden/innen großes Interesse daran haben und hatten.

Die Laufzeit der Junior-Unternehmen wurde bis 30. Juni 2020 verlängert. Diese wertvollen Produkte könnten jetzt noch gerne erworben werden.