Mit diesem Schuljahr startet in der Praxis-HAK nicht nur das neue Schulkonzept mit Smart-Learning-Klassen, auch sogenannte Schülergenossenschaften sind brandneu am Standort. Die Praxis-HAK Völkermarkt ist eine von insgesamt nur vier Schulen in ganz Österreich und die einzige in Kärnten, die an diesem Pilotprojekt des BMBWF teilnimmt und somit wieder einmal Vorreiter ist.

Schülergenossenschaften sind Schülerunternehmen mit realem Geschäftsbetrieb, klaren demokratischen Regeln und genossenschaftlichen Werten. Das didaktische Konzept der Schülergenossenschaften ermöglicht nicht nur den Aufbau eines hohen Maßes an Entrepreneurship-Kompetenz wie Eigeninitiative, Kreativität, Innovationsfreude und Marktverständnis, sondern bringt den Schülerinnen und Schülern die Genossenschaft als partizipative, regional verankerte Rechtsform näher.

Durch die Ausübung einer realen Geschäftstätigkeit der Schülergenossenschaften werden die Schülerinnen und Schüler zu logischem, kreativem und vernetztem Denken, zum genauen und ausdauernden Arbeiten, selbstständig und im Team sowie zum verantwortungsbewussten, partizipativem Entscheiden und Handeln angeleitet.

Die Schülergenossenschaften der Praxis-HAK werden von der Raiffeisenbank Eberndorf als Partnergenossenschaft unterstützt. Nachhaltiges Wirtschaften in diesen Betrieben soll den Herausforderungen, die Globalisierung und Klimawandel mit sich bringen, Rechnung tragen.

Ab diesem Schuljahr werden sich die Schüler/innen der ersten Klassen also als Unternehmer versuchen. Die erste Auftaktveranstaltung mit der Raiffeisenbank Eberndorf ist für den 16. Oktober 2020 geplant.

„Dieser neue Gegenstand bildet durch die Vernetzung mit allen anderen Unterrichtsgegenständen die Grundlage für den Aufbau fächerübergreifender Kompetenzen, welche insbesondere im Zusammenhang mit den übergreifenden Themen Entrepreneurship Education sowie Wirtschafts- und Finanzbildung gesehen werden können.“
– Direktorin Michaela Graßler


Kronen Zeitung, 31.8.2020

Die globale Corona-Pandemie hatte auch für den Schulbetrieb an der Praxis-HAK Völkermarkt vielfältige Folgen. Nicht nur sorgte der Lockdown für wochenlanges Distance Learning, das Lehrkräfte und Schüler/innen gemeinsam gut meistern konnten, sondern setzte auch manchen Praktikumsträumen ein Ende.

Und trotzdem: Auch der Sommer 2020 ermöglicht es vielen Jugendlichen, Berufserfahrungen zu sammeln, und zwar in den verschiedensten Branchen. Bereits zum Schulschluss schnupperten Schüler/inen der ersten Klassen Praxisluft, etwa Antonio Kopic (1BK), der beim A1-Shop in Völkermarkt eine Woche im Dienst stand – und davon auch via Blog berichtete.

https://www.facebook.com/A1shopVK/posts/339594580774900?xts%5B0%5D=68.ARBRbOcwTVWKwnCgb8B0VeUwNnCsP4GidoXmoGhQzKti0liFrdfn5Fruxacu3oGbIIvoCTa7dVcIQPDKEsWxp-HYjcjq0ByW2hrNyI0x3OyfljExAucEtw0lH-fHQTGnTe68QomSBZ1pE4wtzqmFNoXnjuuaNjdpsQ-GjUgA4ilVf-ol_qxdidA0Wg5JF0CjMgqa1qG8eMRNBPfaxsevxUmew_3D5JfOKK2HpQDrc-B_pNCTVNCpaKtWGXdlWfUAUa_q4N2CKfzwJADODnN3H14uDSQPLTYRRSywCWMYQzDgfPzKfThf8aiaJjhE4KIrMpvc0hj-_StS09388xlT8M0&tn=-R

Die Kleine Zeitung Völkermarkt besuchte nun sechs Praktikant/innen, darunter auch Lisa Schirnik (3AK) und Absolvent Alois Meschnark, der im Herbst ein Studium im Fach Technische Mathematik beginnen möchte.

Lesen Sie nachfolgend Auszüge aus dem Bericht, an dem auch HAK-Absolvent Alexander Jegart mitgearbeitet hat:


Für Alois Meschnark (21) war die Anstellung als Praktikant beim Entsorgungsdienst Gojer in Kohldorf aufgrund der Corona-Situation lange fraglich. „Es gab bereits eine voraussichtliche Absage. Umso mehr habe ich mich gefreut, als im Juli die Nachricht kam, dass ich doch arbeiten darf“, so Meschnark. Dabei reichen seine Aufgabe von Sortierungs- und Reinigungsarbeiten im Bauhof bis zum Beifahrer bei der Müllabfuhr. Im Herbst steigt der Praxis-HAK-Absolvent aus Völkermarkt in das Studium „technische Mathematik“ an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt ein. Das Praktikum macht Meschnark, weil er damit sein Studium finanzieren und auch zusätzlich etwas für die Umwelt tun kann. „Wer diesen Job machen will, sollte sich auch lieber schnell an die harte Arbeit und das frühe Aufstehen gewöhnen, denn die Müllabfuhr startet bereits um 5 Uhr früh“, so Meschnark.

Da die meisten Firmen heuer keine Praktikanten aufnehmen, tat ich mir schwer, ein Unternehmen zu finden, in dem ich mein Pflichtpraktikum absolvieren kann“, sagt Lisa Schirnik, Schülerin der Praxis-HAK Völkermarkt. Schlussendlich fand die 17-Jährige doch noch eine Praktikumsstelle bei der Uster Installationen GmbH in Kühnsdorf. Dort macht sie so gut wie alle Stationen der Firma einmal durch. Vom Posteingang bis zur Personalverrechnung ist alles dabei. Für die Schülerin ist es sehr wichtig, heuer ein Praktikum zu absolvieren. „Für die Schule muss ich ein einmonatiges Praktikum machen“, so Schirnik. Im Herbst kommt sie in die vierte Klasse. Sorgen aufgrund der Corona-Krise macht sie sich keine. Sie hofft aber, dass es bis zu ihrer Matura keine Probleme mehr durch Corona gibt. Was Schirnik nach ihrer schulischen Ausbildung vor hat, lässt sie sich noch offen.

Den gesamten Bericht finden Sie hier.

Viele Junge hatten in diesem Corona-Jahr Schwierigkeiten, ein Ferialpraktikum zu ergattern. Wir haben mit sechs Jugendlichen aus dem Bezirk Völkermarkt über Arbeit, Schule und Zukunftsängste gesprochen.

Gepostet von Kleine Zeitung Völkermarkt am Donnerstag, 20. August 2020

Die globale Coronapandemie durchkreuzte so manchen Plan, auch jene der Schüler/innen der Praxis-HAK Völkermarkt. Betroffen von Absagen sind nicht nur Veranstaltungen, sondern auch zahlreiche Auslandspraktika. Anna Lobnig, Schülerin der 4AK, hatte hingegen die Gelegenheit, Berufserfahrung im slowenischen Prevalje zu sammeln.

Lesen Sie selbst! Nachfolgend berichtet Lobnig über Ihre Erfahrungen:


Alles neu: Familie, Job, Kultur

Nach meinem vierwöchigen Aufenthalt in Slowenien bin ich nun wieder zurück in Österreich. Während meines Auslandspraktikums in der „Osnovna Šola“ (Grundschule) in Prevalje habe ich nicht nur meinen Wortschatz in der slowenischen Sprache verbessert, sondern auch viele positive Erfahrungen gesammelt.

Durch das Praktikum in Slowenien wollte ich mir einen Einblick ins Lehrerleben verschaffen. Es diente nicht nur dazu, meine Slowenischkenntnisse zu verbessern, sondern auch einen Beruf auszuprobieren, in dem ich mir vorstellen könnte, später selbst zu arbeiten.

Als ich in Prevalje angekommen war, wurde ich von meiner Gastfamilie, die zugleich auch zu meiner Verwandtschaft gehört, freundlich und offen aufgenommen. Durch sie konnte ich nicht nur die neue Kultur und die Traditionen Sloweniens, sondern auch neue Vokabeln sowie Redewendungen der Alltagssprache kennenlernen. Während meines Aufenthalts in Prevalje habe ich mich bei meiner Gastfamilie sehr wohl gefühlt, die wie eine zweite Familie für mich war.

Auch in der Schule, die für die nächsten Wochen mein Arbeitsplatz wurde, wurde ich mehr als herzlich empfangen. Die meiste Zeit arbeitete ich mit der 5. Klasse. Die Altersstufe der Klasse ist gleichzusetzen mit einer 1. Klasse der Sekundarstufe in Österreich, in Slowenien gibt es nämlich keine Trennung zwischen Volksschule und Neuer Mittelschule bzw. AHS-Unterstufe. Das bedeutet, dass die Schüler/innen neun Jahre dieselbe Schule besuchen. Grundsätzlich ist das Schulsystem in Slowenien ansonsten gleich wie in Österreich. Die Schulpflicht reicht vom sechsten bis zum 15. Lebensjahr. Danach können die Schüler/innen ein Gymnasium oder weitere Schulen wie Handels- oder Berufsschulen besuchen.

Die tägliche Jause steht fest im Stundenplan

Der Tagesablauf ist von der Struktur her ähnlich wie in Österreich. Um 08:15 Uhr in der Früh beginnt der Unterricht für die Schüler/innen. Gegen zehn Uhr vormittags gibt es eine Jause, die ins Klassenzimmer serviert und dort gemeinsam gegessen wird. Die Jause und auch das Mittagessen werden von der Küche, die sich direkt in der Schule befindet, zubereitet. Um 12:00 Uhr essen die Kinder das Mittagessen im Speisesaal. Nach dem Mittagessen wird der Unterricht fortgesetzt und endet ca. um 13:00 Uhr.

Nun zu meinen Arbeitsaufgaben: In den ersten Wochen bekam ich die Möglichkeit in ein paar Jahrgängen reinzuschnuppern und mir jeden Unterricht genau anzusehen. Dabei habe ich den Schülern/innen bei verschiedenen Aufgaben in Fächern wie Mathematik, Deutsch, Englisch und Slowenisch geholfen. Des Weiteren habe ich mit den Kindern Bücher gelesen, Lieder gesungen und Brücken gebastelt. Die Lehrer/innen integrierten mich in den Unterricht so oft es ging und ließen mich ebenso meine eigenen vorbereiteten Unterrichtsstunden durchführen.

Entdeckungen über Entdeckungen

Während meines Aufenthaltes in Prevalje habe ich viel über die Stadt, aber auch über das Land selbst erfahren. In meiner Freizeit sind wir sehr viel gereist und haben uns einige Städte, unter anderem auch die Hauptstadt Ljubljana angesehen. Ljubljana ist eine sehr schöne Stadt, in der viele Cafes und Restaurants am Fluss „Ljubljanica“ angesiedelt sind.  Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten ist die Burg von Ljubljana, denn von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf die ganze Stadt.

https://www.instagram.com/p/CB5XcI4g5HD/

Alles in allem war dies eines der besten Praktika, das ich jemals hatte. Sprachlich hat mir mein Praktikum sehr geholfen und auch in beruflicher Hinsicht habe ich bemerkt, dass es mir wirklich viel Spaß bereitet, mit Kindern zu arbeiten.

Homeoffice! Diese Parole galt nicht nur für den Unterricht, sondern auch in der Arbeitswelt. Das bekamen ebenfalls die Junior Companies der Praxis-HAK Völkermarkt in der Lockdownphase im Frühjahr zu spüren. Dennoch qualifizierten sich die vier Gruppen für den Landeswettbewerb und konnten dann auch im Onlinemeeting die Jury überzeugen. Herausragend war dabei die Leistung des Teams von BodyNature – Carina Miklau, Rebecca Reichart und Janine Weitzer (alle 4AK, siehe Foto oben) sicherten sich Rang zwei.

Neugierig? Hier finden Sie die Präsentationen der erfolgreichen Teams:


BodyNature (4AK)


BellaRoba (2AK)


OwnWay (2AK)


PureHarmony (4AK)

Am heutigen Tag fand das Finale der Landeswettbewerbs der Junior Companies statt. Angetreten war in diesem Schuljahr ein Rekordteilnehmerfeld von 29 Jungunternehmen, neun schafften es ins Finale. Hier schon der erste Achtungserfolg: Vier der neun stammten aus der Praxis-HAK Völkermarkt.

Im Finale stellten sich schließlich Lauro Schöndorfer (BellaRoba), Pascal Romano (OwnWay), Rebecca Reichart (BodyNature) und Jacqueline Riegel (PureHarmony) den Fragen der Expertenjury – und BodyNature sicherte sich sensationell Rang zwei.

Die Verkündung des Ergebnisses gibt’s auch auf YouTube nachzusehen:


Sieger sind sie alle

Die Volkswirtschaftliche Gesellschaft, die den Wettbewerb organisiert, hat sich in diesem besonderen Jahr etwas einfallen lassen. Nicht nur die Top drei erhalten ein Preisgeld, sondern alle Finalteilnehmer. Damit ist ein gemeinsamer Abschluss im Team für alle gesichert!

„Wir haben nie damit gerechnet, wir hätten jeden den Sieg gegönnt, denn wer den Mut hat mitzumachen, hat es mehr als verdient zu gewinnen! Die Konkurrenz war sehr stark und alle Juniors haben wirklich tolle und innovative Produkte. Ich denke, eine der größten Herausforderungen war es, alles zu dritt zu meistern. Dass es geklappt hat, liegt auch an der tollen Unterstützung unserer Aromapraktikerin, Frau Rechelbacher, und durch Frau Prof. Müller sowie Frau Prof. Messner.“

– Rebecca Reichart, 4AK

„Vor dem Jurygespräch war ich auf jeden Fall aufgeregter als vor einer Schularbeit oder einem Test. Jedoch als die erste Frage gestellt wurde und ich begonnen habe, sie zu beantworten, verflogen die Aufregung und die Sorgen.“

– Lauro Schöndorfer, 2AK

„Ich bin mit dem Verlauf sehr zufrieden. Ich habe mir nicht zu viel erwartet, da viele gute Firmen dabei waren, und bin glücklich darüber, dass unsere Freundinnen den zweiten Platz erreichen konnten. Die größte Herausforderung für mich war ganz klar das Auftreten vor der Jury und das Finden der richtigen Antworten. Da wir jedoch schon oft Onlineunterricht hatten, war die Online-Konferenz kein Problem für mich.“

– Jacqueline Riegel, 4AK

„Mit dem Verlauf kann man im Großen und Ganzen zufrieden sein. Die größte Herausforderung war es für uns, uns auf das Jurygespräch passend vorzubereiten und zu wissen, was und wie gefragt wird. Vor allem dann beim Gespräch selbst ist es schon etwas komisch gewesen, weil es via Online-Meeting schwerer fällt abzuwägen, wie die Stimmung ist und was jetzt gut passen würde, um das Gespräch in die richtige Richtung zu leiten. Was wir mitnehmen? Für den Erfolg muss das Team richtig verschmelzen, die Kommunikation fiel in der Schule schon nicht leicht, online wurde es noch schwieriger. Was ich hierbei mitnehme: Fehler erkennen – Fehler ausbügeln – Fehler nicht wieder machen.“

– Pascal Romano, 2AK


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Die vier Junior-Unternehmen der Praxis-HAK Völkermarkt sind trotz Corona-Zeit bestens für den Landeswettbewerb gerüstet. Diesmal wird der Wettbewerb anders verlaufen, wie vieles in der Wirtschaft. Die Businesspläne sind fertiggestellt und die Präsentationen besprochen, fix fertig, um die Online-Jury von ihren Geschäftsideen und -modellen zu überzeugen. Am 26. Mai wird dann das Online-Expertengespräch stattfinden, um die letzte Kompetenz im Rahmen des Landeswettbewerbes unter Beweis zu stellen, um auf die vielen Fragen der Experten/innen sicher und überzeugend zu antworten.

Die Produkte und Geschäftsmodelle im Überblick

Anna Lobnig, Larissa Petritz, Kerstin Hirm und Jacqueline Riegel mit ihrem Unternehmen PureHarmony freuen sich schon darauf, die Jury mit ihren duftenden Pölstern in den Duftrichtungen Zirbe, Rose und Lavendel zu betören. Gerade in so stressigen Zeiten des Alleinseins, der Hilflosigkeit, können die Kissen mit ihren Düften einen wertvollen Beitrag leisten, sich etwas zu entspannen.

Carina Miklau, Rebecca Reichart und Janine Weitzer mit ihrem Unternehmen BodyNature wollen die Jury mit ihrem Rassiermousse in den Duftrichtungen Orange und Kokos, der erzielten einmalig gereinigten, glatten und gepflegten Haut, frei von Hautirritationen und der damit vermittelten Vorfreude auf den Sommer überzeugen. Das Ziel: die Ängste und Unsicherheiten von Corona, wenn auch nur kurze Zeit, hinter sich lassen und die geschmeidige Haut in der Sonne genießen.

Das Unternehmen OwnWay der 2AK, unter der Geschäftsleitung von Laureen Holmes, Cornelia Tamegger und Matthias Possautz, will mit seinen To-go-Bechern aus Glas, versehen mit individuellen Botschaften, die Jury überzeugen, einen eigenen (=own), aber besonders schönen Weg zu finden, um einen wertvollen Beitrag zu leisten, die Umweltverschmutzung mit Plastikmüll zu reduzieren. Denn auch kleine Schritte bewegen im Gesamten große Schritte.

Das Unternehmen BellaRoba der 2AK, unter der Geschäftsleitung von Lauro Schöndorfer und Mihaela Topalovic, will mit seinen einzigartigen, natürlichen Seifen in unterschiedlichen Duftrichtungen und Formen seine Kunden/innen und natürlich die Jury überzeugen, dass Hygiene nicht nur Sinn macht, sondern auch Freude bereitet. Die besonderen Seifen sind das ideale Produkt, um weitere Corona Ansteckungen zu reduzieren.


Die Jugendlichen haben in diesem Juniorjahr viel an Erfahrungen mitnehmen können. Sie erkannten wie wichtig der Zusammenhalt, die Teamarbeit, das Durchhaltevermögen, die Stressresistenz, die Auswahl des idealen Marketingkonzeptes, die richtige Kalkulation und laufende Anpassung der Produkte an Marktveränderungen ist. Sie spürten auch wie schön die Freude an den verkaufsfertigen Produkten, den steigenden Umsätzen und positiven Rückmeldungen ihrer Kunden/innen ist. Es ist allen gelungen mit ihren Produkten die Bedürfnisse ihrer Kunden/innen zu befriedigen bzw. die Bedürfnisse zu wecken. Gleichzeitig aber haben sie auch das Gefühl der Ohnmacht gegenüber Krisen gespürt, obwohl sie alle einzigartige Produkte entwickelt haben und ihre Kunden/innen großes Interesse daran haben und hatten.

Die Laufzeit der Junior-Unternehmen wurde bis 30. Juni 2020 verlängert. Diese wertvollen Produkte könnten jetzt noch gerne erworben werden.

Prok. Reinhold Weinländer, Leiter Privatkunden und ausgewiesener Wertpapier-Experte am Standort Wolfsberg der Raiffeisenbank Mittleres Lavanttal persönlich, hat mit den Schüler/innen der 4CK die Welt der Wertpapiere und Finanzmärkte theoretisch erkundet und aktuelle Tendenzen analysiert. Thematisiert wurden sowohl Grundbegriffe der Veranlagung als auch die Anlagekategorien Anleihen, Aktien, Fonds bis hin zu Zertifikaten.

Die Schülergruppe zeigte reges Interesse an den Ausführungen Weinländers und so wurde weiterführend diskutiert, wie sich die Welt der Finanzmärkte in den letzten ein, zwei Jahrzehnten gewandelt hat und wie damit einhergehend mögliche aktuelle Anlagestrategien aussehen (können).

Den Abschluss des fast zweistündigen – aber total kurzweiligen – Vortrags bildete einerseits eine offene Fragerunde und anderseits kam es noch zu einer Sachpreis-Verlosung. Hierbei konnte der Schüler Max Stocker durch besonders gute Aufmerksamkeit brillieren und sich das gesponserte Bluetooth-Headset als Hauptgewinn sichern.

Dietmar Ruhdorfer, Verkaufsleiter der Donau Versicherung und Vanessa Karisch, Absolventin der Praxis-HAK Völkermarkt, Mitarbeiterin im Außendienst in Völkermarkt informierten die Schülerinnen und Schüler der 4AK über Karrieremöglichkeiten in einer Versicherung.

Gertrud Drobesch | Foto: Klaus Vhynalek

Gertrud Drobesch, ebenfalls Absolventin unserer Schule, Mitglied des erweiterten Vorstandes und Leiterin der Personalabteilung der Donau Versicherung in Wien, hat es bereits bewiesen.

„Türklinken-Putzer-Dienst“ beim genervten Kunden?

Mit dieser Frage wurden die beiden Gäste in der 4AK begrüßt.

Diese Frage wurde mit einem eindeutigen Nein beantwortet. Vanessa hat durch ihr zweimonatiges Praktikum, das sie im vierten Jahrgang in der Praxis-HAK zu absolvieren hatte, die spannende Welt der Versicherung kennen- und lieben gelernt. Dieses Praktikum wurde auch damals durch Hofrat Mag. Klaus-Peter Haberl, jetzt Leiter des Pädagogischen Dienstes der Bildungsdirektion Kärnten, und Theresia Müller als Praxis-Koordinatorin zur Sicherung der Ausbildungsqualität hinterfragt, mit sehr erfreulichen Ergebnissen. Mag. Andreas Schaller, Bestandsmanager der Donau Versicherung, lobte nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern zeigte auch die möglichen beruflichen Perspektiven in ihrem Unternehmen auf. Diese Chance hat Vanessa Karisch wahrgenommen.

Karisch_Haberl Donau_August2017

Unmittelbar nach der Matura hat sie sich bei der Donau Versicherung beworben und wurde als Mitarbeiterin im Außendienst sofort aufgenommen. In den ersten sechs Monaten hat Vanessa die Grundausbildung durch den Besuch zahlreicher Seminare in ganz Österreich absolviert. In diesen Seminaren wurden alle Versicherungsarten im Detail aufbereitet und zusätzlich wurde sie auf das Führen von Kundengesprächen gezielt vorbereitet. In einem Verkaufscheck, einem simulierten Verkaufsgespräch, das sie mit Bravour bestanden hat, war sie bereit, Kunden zu beraten und hat begonnen ihren eigenen Kundenstock aufzubauen. Im Fokus des Kundengespräches steht jedoch nicht der Hochdruckverkauf von Produkten, damit gab sie auch eine Antwort auf die anfänglich gestellte Frage in Richtung „Türklinken-Putzer“, sondern die Kundin und der Kunde mit all ihren/seinen Bedürfnissen. Dieser Vertrauensaufbau, dieses Gefühl den Menschen in allen Lebenslagen zu begleiten, zu beraten, Sicherheit zu geben, das macht diese Arbeit so schön und wertvoll.

Vanessa hat jedoch noch viele weitere berufliche Ziele. Sie wird in einem Jahr die BÖV-Prüfung (Bildungsakademie der Österreichischen Versicherungswirtschaft) ablegen und möchte dann berufsbegleitend das Bachelor-/Masterstudium an der Karl-Franzens-Universität in Graz im Bereich Versicherungskauffrau bzw. Finanzdienstleister absolvieren.

Ein spannender Weg liegt noch vor ihr – eine Versicherung und somit ein Arbeitgeber mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten. Wir freuen uns schon auf nächsten Besuch Vanessas zum Thema „Umgang mit Risiken von Jugendlichen“.

Die Infonight@Praxis-HAK am vergangenen Mittwoch lockte zahlreiche Besucher in die Wirtschaftsakademie im Süden Kärntens. Jugendliche, Erziehungsberechtigte und Interessierte warfen einen Blick hinter die Kulissen der Praxis-HAK Völkermarkt und lernten Facetten der verschiedenen Ausbildungswege aus erster Hand kennen. Besondere Aufmerksamkeit erhielt jedoch der Expertentalk, bei dem die Unternehmerin Beatrix Stornig, Bezirksvorsitzende der Initiative Frau in der Wirtschaft der Wirtschaftskammer Kärnten, und Martin Unterberger, Vertriebsleiter bei Kapsch BusinessCom, über die veränderten Anforderungen der Arbeitswelt sprachen.

Neue Vorstellungen von der Wirtschaft

„Dass die Ideen und Bedürfnisse der Wirtschaft im Bildungssystem stärker berücksichtigt werden, wird immer wieder gefordert, aber selten gelebt. Das ist hier anders“, lobte Stornig, die auch auf veränderte Handelsbedingungen hinwies. „Die verschiedenen Statistiken zeigen die immer weiter wachsende Bedeutung von Exporten und vom grenzüberschreitenden Wirtschaften. Dafür ist auch eine adäquate Ausbildung notwendig.“

Sie selbst gastierte im Herbst mit einem Projekt an der Schule, um den Jugendlichen das Unternehmertum näherzubringen. Festgefahrene Vorstellungen sollen überwunden werden. „Das Bild vom reichen, alten Chef, der für sich arbeiten lässt, ist nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen Erfolgsgeschichten weitergeben und junge Leute ermutigen.“

Unterberger als Vertreter der IT-Branche sprach über die Folgen der digitalen Transformation. „Natürlich verschwinden Jobs und es gibt Verlierer. Genauso eröffnen sich aber neue Chancen.“ Vom neuen Ausbildungskonzept der Praxis-HAK mit Start-Up- und Smart-Learning-Klasse zeigte er sich beeindruckt. „Es nimmt viele Dinge auf, die von führenden Unternehmen gelebt werden, etwa das 4K-Modell. Kommunikation, Kollaboration und ein erfolgreiches Wissensmanagement sind heute zentrale Bausteine für den Erfolg.“

„Es nimmt viele Dinge auf, die von führenden Unternehmen gelebt werden, etwa das 4K-Modell. Kommunikation, Kollaboration und ein erfolgreiches Wissensmanagement sind heute zentrale Bausteine für den Erfolg.“

– IT-Experte Martin Unterberger über das neue Schulkonzept

Hervorgestrichen wurde in dem Zusammenhang auch das breite Anforderungsprofil, das aktuell gesucht wird. „IT-affine Menschen sind natürlich gefragt, aber vor allem auch gepaart mit Wirtschaftskompetenz.“ Selbst auf Hardware- und Softwarelösungen spezialisierte Unternehmen haben in diesem Kontext zuletzt einen raschen Wandel erlebt. „Die klassischen IT-Nerds, die im Keller programmieren, gibt es nicht mehr. Ein selbstbewusstes Auftreten und soziale Fähigkeiten sind heute in gleichem Maß nötig.“ Nachsatz: „Das Konzept der Praxis-HAK geht hier auf verschiedenen Ebenen in die absolut richtige Richtung.“

Nicht nur der Gewinn zählt

Beide Experten betonten, dass die Zeit der reinen Gewinnorientierung vorbei sei, auch aufgrund öffentlicher Diskussionen um Nachhaltigkeit und Klimaschutz, die gerade von jungen Menschen forciert werden. Darauf reagieren an der Praxis-HAK nicht nur die vier Junior Companies, sondern auch neue Schwerpunktsetzungen in den wirtschaftlichen Fächern.

„Es geht immer stärker darum, Jugendliche dabei zu unterstützen, zu Intrapreneuren zu werden. Im Vordergrund steht die Vermittlung von Haltungen, der Bereitschaft, Veränderungsprozesse mitzudenken, aktiv mitzugestalten und selbst Verantwortung zu übernehmen“, erläuterte Prof. Theresia Müller-Tschischej als Vertreterin der Schule.

Da unsere beiden Schülerinnen Anna-Sophie Diederich (5AK) und Christina Schorli (4CK) aufgrund schulischer Verpflichtungen am diesjährigen Empfang für Auslandspraktikant/innen durch den Bildungsreferenten und Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser im Konzerthaus Klagenfurt nicht teilnehmen konnten, bekamen sie gestern Abend im Rahmen der Infonight ihre Ehrenkunden zum erfolgreich abgeschlossenen Auslandspraktikum überreicht.

Anna-Sophie Diederich berichtete auch über ihren Aufenthalt, die wertvollen Erfahrungen, die sie in Cork gemacht hat und über die persönliche Entwicklung während und nach dem Praktikum.

Auch heuer: Den Mutigen gehört die Welt

Auch diesen Sommer werden sich zehn unserer Schüler/innen auf den Weg ins Ausland begeben. Aufgrund der tollen Arbeit, die unsere Schüler/innen in den letzten Jahren im Ausland geleistet haben, konnten wir auch dieses Jahr viele Schüler/innen in unseren Partnerunternehmen Irland und Slowenien unterbringen. Die Unternehmen freuen sich immer, wenn sie Schüler/innen der Praxis-HAK aufnehmen und ihnen einen Einblick in die Arbeitswelt ermöglichen können. Vor allem die Schüler/innen der Business-Klassen entscheiden sich aufgrund des verkürzten Schuljahres im vierten Jahrgang oft für ein zweimonatiges Auslandspraktikum, um ihre Berufschancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. 

Im Sommer 2020 werden die Schüler/innen Johanna Huber, Johanna Krainz, Stephan Schmuck, Josef Pinter, Anna Lobnig, Diana Čaušević aus der 4AK, wie auch Lena Werkl, Ramona Jann, Michelle Poličar und Peter Skuk aus der 3AK den Schritt ins Ausland wagen.